In Ravensburg wurde der langjährige Polizeipräsident Uwe Stürmer in den Ruhestand verabschiedet. Er leitete das Polizeipräsidium Ravensburg seit seiner Gründung im Jahr 2020 und wird in der Region, besonders in Oberschwaben, schmerzlich vermisst. Bei seiner Verabschiedung am 26. Februar 2026 würdigte Staatssekretär Thomas Blenke Stürmers herausragende Leistungen und seinen empathetic Führungsstil, der geprägt war von Ruhe und Herzlichkeit. „Er hatte immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter“, so Blenke. Stürmer selbst wird die sozialen Bindungen und das gemeinsame Miteinander in den Polizeidienststellen missen, nicht jedoch die strategischen Besprechungen, die oft wenig Substanz hatten.

Uwe Stürmer trat 1979 in den Polizeidienst ein und bekleidete im Laufe seiner Karriere zahlreiche Spitzenämter innerhalb der Landespolizei Baden-Württemberg. Zu seinen wichtigsten Stationen zählen die Leitung der Kriminalpolizeiinspektion in Stuttgart, wo er unter anderem die Mordkommission leitete, und die Verantwortung für über 1.200 Beschäftigte im Polizeipräsidium Ravensburg. In seinen 47 Jahren im Dienst hinterließ er einen bleibenden Eindruck, insbesondere durch die Aufklärung mehrerer Mädchenmorde in den 80er-Jahren und die Bewältigung herausfordernder Fälle wie der „Babybrei-Erpressung“ von 2017.

Ein facettenreicher Lebensweg

Die Lebensgeschichte von Stürmer ist bemerkenswert. Geboren am 25. April 1962, wurde er als Baby von seiner Mutter durch einen Tunnel von Ost- nach Westberlin gebracht, um der DDR zu entkommen. Trotz einer mäßigen schulischen Leistung entschied er sich für eine Laufbahn bei der Polizei. Doch seine Entscheidung erwies sich als goldrichtig, wie ihn seine Karriere bewies: vom Eintritt in die Bereitschaftspolizei Biberach bis hin zum Polizeipräsidenten von Ravensburg. Besonders stolz ist er darauf, dass viele seiner Mitarbeiter ihn akzeptieren und schätzen.

Stürmers Weitblick war auch bei der Gründung des Polizeipräsidiums Ravensburg entscheidend, die nach der umstrittenen Polizeireform von 2016 ins Leben gerufen wurde – eine Reform, die er selbst kritisierte. Seine Reaktion auf die Herausforderungen dieser Reform war bahnbrechend: Er setzte sich aktiv dafür ein, die Struktur der Polizei in Baden-Württemberg zu optimieren und die Fehler der Reform zu korrigieren.

Ein Blick in die Zukunft der Polizei

Die Zusammenarbeit und Modernisierung der Polizei in Baden-Württemberg ist ständiges Thema. Investitionen in Höhe von 17 Millionen Euro sind eingeplant, um die Schutz- und Einsatzausstattung der Polizei zu erneuern. Dies inkludiert unter anderem neue Körperschutzausstattungen, moderne technische Geräte für die Kriminalpolizei und den Fuhrpark. Innenminister Thomas Strobl betont die essentielle Bedeutung dieser Investitionen für die Sicherheit der Polizisten und damit auch für die Bürgerinnen und Bürger.

Stürmers Beitrag zu diesem Prozess wird von seinen Kollegen hoch geschätzt. Nach seinem Ruhestand plant er, sich mehr zu bewegen, auf dem Bodensee zu segeln und sich in verschiedenen Ehrenämtern zu engagieren. Ein weiterer Herzenswunsch ist der Neubau des Polizeipräsidiums, für den er seit Jahren kämpft und der mit einem hohen Investitionsvolumen von 117 Millionen Euro in Aussicht steht.

Uwe Stürmer hinterlässt ein starkes Erbe in Ravensburg, und seine Spuren werden in der Polizei und der gesamten Region noch lange sichtbar bleiben. Die Herausforderungen, die er bewältigte – von der täglichen Polizeiarbeit bis hin zu den großen Reformen – werden wohl auch weiterhin die Diskussionen in der Region prägen.

Für detailliertere Informationen zu Stürmers Verabschiedung und seiner Karriere können Sie Baden-Württemberg besuchen oder mehr über seine Arbeit in den regionalen Medien, wie der Schwäbischen, lesen. Zudem finden Sie umfassende Informationen über die geplanten Modernisierungsmaßnahmen der Polizei auf Behörden Spiegel.