Am Samstag fand in Berg und den umliegenden Teilorten der traditionelle Karrenumzug statt, der bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Zuschauer anlockte. Um Punkt 12 Uhr setzte sich der Umzug in Weiler mit 20 Karren in Bewegung. Die Route führte über Ettishofen zur Berger Kuppe, wo die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt fanden. Die bunten und fröhlichen Umzüge sind ein fester Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und ziehen nicht nur Einheimische, sondern auch viele Besucher an. Auch dieses Jahr war die gute Laune der Teilnehmer und Zuschauer spürbar, während Süßigkeiten von den Karren in die Menge geworfen wurden. Die Menschen, verkleidet in festlichen Kostümen, feierten den Anlass ausgelassen und trugen zur fröhlichen Atmosphäre bei.

Besonders ins Auge fiel der Karren des Rathauses Berg, der als Erdbeertorte gestaltet war. Auf diesem Wagen fanden sich das Rathauspersonal sowie Bürgermeisterin Manuela Hugger, die die Zuschauer mit ihrem Auftritt erfreuten. Mehrere örtliche Fasnetsgruppen, darunter die Berger Brunnenplatzbettler, Weilemer Dorfkatzen, Berger Alafanz und die Ettishofer Achtalhexen, bereicherten das Spektakel mit ihren kreativen Kostümen und Narrensprüchen. Die Ettishofer Achtalhexen, mit ihren grün geschminkten Gesichtern, sorgten für zusätzliche bunte Akzente während des Umzugs.

Das Programm und die Narrenbaumaufstellung

Nach dem Umzug wurde um 14 Uhr auf dem Rathausplatz der Narrenbaum durch die Zimmerleute der Zimmerei Schnetz aufgestellt. Dies ist ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten, der die Gemeinschaft zusammenbringt und den Beginn der närrischen Tage markiert. Auf der Berger Kuppe wurde bis in die späten Abendstunden gefeiert. Ein Partyzelt war bis 21 Uhr geöffnet und bot den Besuchern die Möglichkeit, sich zu vergnügen und das bunte Treiben zu genießen. Parallel dazu startete um 18 Uhr eine weitere Party in der Bergstation, die für die Nachtschwärmer ein zusätzliches Angebot darstellte.

Die Umzugsfolge der Teilnehmer war ebenso vielfältig wie unterhaltsam. Vom Feuerwehrwagen, der mit dem Narrenspruch „Tatü Tata“ aufwartete, über die Berger Hillbillies mit ihrem kreativen Spruch „Blutbadbullschit – Läärlaufmagerquark“ bis hin zu den Berger Alafanz, die mit ihrem Spruch „s´Holz isch weg – jetzt hosch d´r Dreck“ auftraten – jeder Wagen brachte seine eigene Note in das Spektakel ein. Die Vielfalt der Narrenrufe und Kostüme spiegelt die lebendige Tradition der Fastnacht wider, die in Deutschland, insbesondere in der Region Schwaben, tief verwurzelt ist.

Die Bedeutung der Fastnacht

Die Fastnacht, die mit dem Aschermittwoch endet, ist ein Brauch, der das Leben und die Gesellschaft feiert, bevor die Fastenzeit beginnt. Sie wird in vielen Teilen Deutschlands mit Umzügen, Liedern, Masken und Kostümen gefeiert. Hochburgen wie das Rheinland und die schwäbisch-alemannische Fastnacht bringen eine besondere Farbenpracht und Lebensfreude in die kalte Jahreszeit. Die Wurzeln dieser Traditionen reichen bis in die Antike zurück, als bereits vor 5000 Jahren in Mesopotamien ähnliche Feste gefeiert wurden. Auch die Narrenfeste des Mittelalters, die oft parodistische Elemente enthielten, sind Teil dieser reichen Geschichte. Die älteste literarische Erwähnung der „Fastnacht“ stammt aus dem Jahr 1206, wobei der Begriff „Karneval“ im Rheinland erst Ende des 17. Jahrhunderts auftauchte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Karrenumzug in Berg nicht nur eine fröhliche Veranstaltung ist, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Ereignis, das die Gemeinschaft stärkt und die Traditionen lebendig hält. Wer mehr über den Karrenumzug erfahren möchte, findet detaillierte Informationen in der Schwäbischen Zeitung sowie auf der Webseite des Berger Alafanz. Für weitere Hintergründe zur Fastnacht lohnt sich ein Blick auf die Wikipedia-Seite.