Am vergangenen Wochenende fand der erste Bürgerempfang der Gemeinde Alfdorf im Kultur- und Sportzentrum statt. Rund 450 Bürgerinnen und Bürger aus 63 Ortsteilen, Gehöften und Wohnplätzen folgten der Einladung und erlebten einen Abend voller Begegnungen, Informationen und Unterhaltung. Bürgermeister Ronald Krötz begrüßte die Gäste und hob die Bedeutung des Ehrenamts für die Gemeinschaft hervor. Die Veranstaltung war das Ergebnis monatelanger Vorbereitung, unterstützt von Stellvertretern und ehrenamtlichen Helfern.
Das Ziel des Abends war es, die Bürger miteinander zu würdigen, zu unterhalten und den Austausch zu fördern. In diesem Rahmen wurde auch ein kurzer Film gezeigt, der die ehrenamtlichen Aktivitäten des vergangenen Jahres dokumentierte, darunter die Einweihung des Dirt Parks und das Straßenfest. Philipp König stellte das Gemeindeentwicklungskonzept vor und stellte fest, dass 92,2% der Teilnehmer die Lebensqualität in Alfdorf als „sehr gut“ bewerteten. Landrat Dr. Richard Sigel überbrachte Grüße des Rems-Murr-Kreises und sprach über die Zusammenarbeit zwischen Kreis- und Gemeindeverwaltung.
Rückblick auf die Gemeindeentwicklung
In seinem Rückblick auf die Gemeindeentwicklung stellte Bürgermeister Krötz einige der aktuellen Projekte vor. Der Breitbandausbau steht kurz vor dem Abschluss, und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Bottwartal wird ab dem 1. April die hausärztliche Praxis Behrend übernehmen. Des Weiteren sind die Neugestaltung des Kronenplatzes sowie die Sanierung von Wasserleitungen und Abwasserkanälen geplant. Auch die Instandsetzung von Wald- und Feldwegen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie die Erweiterung des Nahwärmenetzes stehen auf der Agenda.
Ein besonders bewegendes Beispiel für das Engagement in Alfdorf war die Geschichte von Muhammad Mafaz, einem Flüchtling aus Sri Lanka, der 2016 nach Deutschland kam und hier Unterstützung fand. Sein Bericht über die positive Entwicklung, die ihm mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer gelang, berührte viele Anwesende.
Ehrungen für ehrenamtliches Engagement
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ehrung langjähriger Blutspender und der Kümmerer der öffentlichen Bücherregale. Die Geehrten für ihre Blutspenden waren unter anderem Leonie Dietz, Gabriele Heinrich und Hans-Jörg Stegmaier. Klaus Hinderer, der Initiator des Bürgerbusses, wurde ebenfalls für sein Engagement gewürdigt. Der Bürgerbus ist ein kostenloser Fahrdienst für Senioren und Menschen mit Handicap, und über 30 ehrenamtliche Fahrer engagieren sich für dessen Betrieb.
Das Ehrenamt spielt nicht nur in Alfdorf, sondern auch in ländlichen Regionen insgesamt eine zentrale Rolle. Laut einer Studie engagieren sich 45,5 Prozent der Menschen in ländlichen Gebieten ehrenamtlich, was für die Grundversorgung und kulturelle Teilhabe von großer Bedeutung ist. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, Menschen für das bürgerschaftliche Engagement zu begeistern. Jüngere Menschen neigen eher zu projektbezogenem Engagement, was die langfristige Sicherung solcher Initiativen erschwert.
Ausblick und Herausforderungen
Die Herausforderungen für die Zukunft sind groß: Wohnungsnot, Starkregenmanagement und Ganztagsbetreuung sind nur einige Themen, die die Gemeinde beschäftigen. Innovative Ansätze und Kooperationen mit externen Partnern können helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Programme wie BULEplus unterstützen Projekte zur Stärkung des Ehrenamts und fördern die Etablierung neuer Netzwerke. Digitale Informationen und Plattformen bieten zudem Potenziale zur besseren Koordination und Organisation von freiwilligem Engagement.
Der erste Bürgerempfang in Alfdorf war somit nicht nur ein Fest der Begegnung, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Ehrenamts und zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Gemeinde. Weitere Informationen zu den Themen rund um das Engagement finden Sie in den entsprechenden Artikeln auf Remszeitung, Gmünder Tagespost und Land-Zukunft.




