Im idyllischen Rems-Murr-Kreis tagt derzeit das Europäische Jugendparlament in Schorndorf. Rund 100 Delegierte im Alter von 15 bis 19 Jahren aus Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern versammeln sich im Burg-Gymnasium, um sich während der vier Tage umfassend mit dem Thema „Europas Weg zur Wettbewerbsfähigkeit“ auseinanderzusetzen. Hierbei stehen wichtige Aspekte wie die Unterstützung für kleine und mittelständische Betriebe, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Verhinderung der Umgehung von Sanktionen gegen Russland auf der Agenda. Die Debatte wird komplett in englischer Sprache geführt, was den Teilnehmern die Möglichkeit gibt, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu testen und zu verbessern.

Die Organisatoren der Veranstaltung sind größtenteils unter 25 Jahre alt und ehrenamtlich tätig. Ihr Ziel ist es, den Jugendlichen ein realistisches Bild von politischer Arbeit zu vermitteln und sie zur aktiven Partizipation zu ermutigen. Die Teilnehmer kleiden sich überwiegend im Business-Look, was die Ernsthaftigkeit ihrer Aufgaben unterstreicht. Ein Delegierter sticht mit seinem schottischen Kilt jedoch besonders hervor und sorgt für eine gelockerte Atmosphäre unter den Anwesenden. Der Verein „Europäisches Jugendparlament in Deutschland“, der 1990 gegründet wurde, organisiert jährlich mindestens zehn Parlamentssitzungen, und die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich für die Nationale Auswahlsitzung in Nürnberg im Mai zu qualifizieren, um Deutschland bei internationalen Sitzungen zu vertreten.

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Jugendengagement in der EU

Die Bedeutung solcher Initiativen wird auch durch die EU-Jugendstrategie unterstrichen, die auf der Entschließung des Rates vom 26. November 2018 basiert und für den Zeitraum von 2019 bis 2027 Gültigkeit hat. Diese Strategie verfolgt das Ziel, das Potenzial der Jugendpolitik in der EU zu nutzen und die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben sowie ihr soziales und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Alle jungen Menschen sollen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Die Strategie konzentriert sich auf drei Kernbereiche: Beteiligung, Begegnung und Befähigung.

Im Rahmen dieser Strategie wurden 2017 und 2018 elf Europäische Jugendziele in einem Dialog mit jungen Menschen entwickelt. Diese Ziele sollen zur Verwirklichung der Vision junger Menschen beitragen und basieren auf mehreren Säulen wie dem Voneinanderlernen, der Planung künftiger Maßnahmen und dem EU-Jugenddialog. Zudem ist der EU-Jugendkoordinator Ansprechpartner für die EU-Kommission und dient als Anlaufstelle für junge Menschen. Der Überarbeitungsprozess der Europäischen Jugendziele erfolgt im Rahmen des EU-Jugenddialogs, geleitet von einer Taskforce aus Jugendvertretern.

Ein Blick in die Zukunft

Die EU-Jugendstrategie wird in dreijährigen Arbeitszyklen umgesetzt, wobei die Prioritäten für jeden Zyklus vom Rat und der Kommission in Arbeitsplänen festgelegt werden. In Anbetracht der aktuellen politischen Herausforderungen ist es umso wichtiger, dass die Stimme der Jugend gehört wird und aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden ist. Die Veranstaltungen wie das Jugendparlament in Schorndorf bieten eine wertvolle Plattform, um die Anliegen und Perspektiven junger Menschen zu bündeln und sichtbar zu machen. Dies ist nicht nur für die Teilnehmer selbst, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt von großer Bedeutung.

Die aktive Teilnahme von Jugendlichen an solchen Initiativen ist entscheidend, um eine zukunftsorientierte und inklusive Gesellschaft zu gestalten. In einer Zeit, in der der Dialog zwischen den Generationen immer wichtiger wird, ist es erfreulich zu sehen, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Ideen in die politische Diskussion einzubringen. Dies ist der erste Schritt, um eine positive Veränderung in Europa herbeizuführen und die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu bewältigen.