In Deutschland geben etwa 20% der Menschen an, dass Urlaubsreisen für sie nicht finanzierbar sind. Besonders stark betroffen sind Alleinerziehende. Eine Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass 38% der Alleinerziehenden im vergangenen Jahr keine einwöchige Urlaubsreise unternehmen konnten. Diese alarmierenden Zahlen werden durch die persönlichen Geschichten vieler Betroffener, wie die von Maria, einer alleinerziehenden Mutter aus Baden-Württemberg, untermauert. Maria hat sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und lebt mit ihren vier Kindern von einem Teilzeit-Job als Verkäuferin.

Mit einem monatlichen Einkommen zwischen 900 und 1.200 Euro sieht sich Maria ständigen finanziellen Herausforderungen gegenüber. Ihr Ex-Mann zahlt keinen Unterhalt, was die Situation zusätzlich erschwert. Monatlich gibt sie rund 1.000 Euro für Wohnkosten, Strom, Heizung und Telefon aus sowie weitere 300 Euro für Nachmittagsbetreuung. Um die hohen Ausgaben zu stemmen, lebt sie äußerst sparsam und nutzt Second-Hand-Shops sowie den Fairteiler für kostenlose Lebensmittel. Ein Auto hat sie nicht; sie ist auf öffentliche Verkehrsmittel und ihre eigenen Füße angewiesen.

Die Herausforderung Alleinerziehung

In Deutschland lebten im Jahr 2023 rund 3 Millionen alleinerziehende Familien mit minderjährigen Kindern, was 25% der Gesamtzahl ausmacht. Dies entspricht etwa 2,5 Millionen Kindern. Die Mehrheit der Alleinerziehenden sind Mütter, während der Anteil der Väter in solchen Familien auf 18 Prozent gestiegen ist. Geprägt von der Realität, dass nur 8% der Kinder häufig beim anderen Elternteil übernachten und 22% überhaupt keinen Kontakt mehr zu diesem haben, verdeutlicht die Situation die hohe Belastung, die Alleinerziehende zu tragen haben. Beratungsangebote sind oft hilfreich, um Konflikte zu lösen und stabile Beziehungen zwischen Kindern und Eltern zu fördern, wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschreibt.

Maria ist kein Einzelfall. Viele Alleinerziehende müssen die Schuldenlast allein tragen und kämpfen darum, den Alltag für ihre Kinder so gut wie möglich zu gestalten. Marias neunjähriger Sohn fragt gelegentlich, warum sie nicht wie andere Eltern Pizza bestellen können. Ein gemeinsamer Urlaub am Bodensee ist für die Familie ein unerfüllter Traum, der zur aktuellen Realität so fern scheint. Die Unterstützung von Margret Mack, einer Sozialpädagogin aus Weinstadt-Endersbach, ist für Maria unbezahlbar. Sie vermittelt nicht nur praktische Hilfe, sondern auch soziale Kontakte zu anderen Eltern.

Unterstützung für Alleinerziehende

Die Diakonie bietet ein umfassendes Unterstützungssystem für Alleinerziehende. In diesem Rahmen stehen verschiedene Angebote bereit, darunter Beratungsstellen, Erziehungsberatung und Bildungsangebote. Es ist entscheidend, dass Alleinerziehende Zugang zu flexibel gestaltbaren Betreuungsmöglichkeiten haben, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist das gesellschaftliche Stigma, das viele Alleinerziehende spüren. Soziale Vorurteile können nicht nur die Integration erschweren, sondern auch die Lebensqualität von ihnen und ihren Kindern beeinträchtigen.

Die Maßnahmen zur Unterstützung von Alleinerziehenden, wie der Rechtsanspruch auf Kita-Plätze und das einkommensabhängige Elterngeld, sind wichtige Schritte. Dennoch bleibt die Unterstützung oft hinter den Bedürfnissen der Betroffenen zurück. Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt beispielsweise jährlich 4.260 Euro – eine Summe, die bei den ständig steigenden Lebenshaltungskosten nur bedingt eine Erleichterung bringt.

Das Thema der Unterstützung Alleinerziehender ist umfangreich und umfasst finanzielle, rechtliche und soziale Aspekte. Der Zehnte Familienbericht der Bundesregierung beleuchtet die Herausforderungen, vor denen Alleinerziehende stehen, und fordert dringend Verbesserungen der existenzsichernden und familienpolitischen Leistungen. Trotz der Schwierigkeiten, die solche Familien häufig erleben, wollen Mütter wie Maria ihren Kindern ein gutes Leben vermitteln, auch wenn das manchmal bedeutet, auf Urlaub, Luxus und gesellschaftliche Normen zu verzichten.