Erstes Spendenparlament im Osten: Bürger entscheiden über Projekte!
Spendenparlamente fördern soziale Projekte in Reutlingen und Thüringen, stärken den Zusammenhalt und unterstützen nachhaltige Initiativen.

Erstes Spendenparlament im Osten: Bürger entscheiden über Projekte!
Im ländlichen Osten Deutschlands hat kürzlich ein besonderes Projekt an Fahrt gewonnen: Das erste Spendenparlament im Saale-Orla-Kreis in Thüringen hat seine Tore geöffnet und bringt Bürger zusammen, um über die Förderung sozialer Projekte zu entscheiden. Im Parlament sitzen 25 Abgeordnete, die sich das Ziel gesetzt haben, mit insgesamt 16.300 Euro sozialen Initiativen unter die Arme zu greifen. Jeder Parlamentarier bringt 50 Euro ein, um den Austausch und die Mitbestimmung zu stärken. fr.de berichtet, dass die Bürger selbst entscheiden dürfen, welche Projekte gefördert werden sollen, sofern diese den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen entsprechen.
Das Spendenparlament, das 2025 bereits zum zweiten Mal tagte, wurde von Chris Häßner und dem Team von „Goals connect“ ins Leben gerufen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region zu fördern. Dabei bieten die Initiatoren den Bürgern eine niederschwellige Möglichkeit, aktiv zu werden und ihre Wünsche in Bezug auf die Förderung von Projekten zu äußern. Ein Beispiel für die Gelassenheit des Prozesses ist ein Karnevalverein, der Fördergelder für seine Jugendarbeit beantragt hat.
Gemeinschaft stärken
Im Rahmen des Förderprogramms „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird das Spendenparlament unterstützt. Eine Jury übernimmt die Aufgabe, die Förderanträge von lokalen Vereinen und Initiativen zu prüfen und sicherzustellen, dass die finanziellen Mittel sinnvoll eingesetzt werden.
Bemerkenswert ist, dass Spendenparlamente nicht nur in Thüringen, sondern auch in westdeutschen Städten wie Hamburg, Kiel und Reutlingen bereits etabliert sind. Diese Art der Bürgerbeteiligung ähnelt den Gemeinschaftsstiftungen, ist jedoch in der Regel als eingetragener Verein organisiert und hat keine rechtliche Form als Stiftung. Laut buergergesellschaft.de haben die Mitglieder die Möglichkeit, demokratisch über die Verwendung der gesammelten Spenden zu entscheiden und regelmäßig Rechenschaft über die Mittelverwendung abzulegen.
Zukunftsorientierte Projekte
Chris Häßner äußerte die Hoffnung, dass noch mehr Unternehmen in Zukunft für die Projekte spenden werden, um die Bandbreite der unterstützten Initiativen zu erweitern. Ein ebenfalls gefördertes Projekt beschäftigt sich interessanterweise mit kostengünstigen Alternativen zur Anpflanzung von Jungbäumen im Sormitztal, was den Aspekt des Klimaschutzes in die lokale Agenda bringt.
Darüber hinaus werden regelmäßig Informationsabende zu Bildungsthemen und Entwicklungspolitik angeboten, um das Wissen und das Engagement der Bevölkerung zu fördern. Weitere Spendenparlamente sind bereits in Planung, unter anderem für den Saale-Holzland-Kreis, den Landkreis Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und Altenburg.
Das Konzept des Spendenparlaments könnte sich also als Schlüssel zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der aktiven Bürgerbeteiligung im ländlichen Raum erweisen. Schade nur, dass das erste Gemeinwohlparlament bereits in Leipzig stattgefunden hat, aber vielleicht bringt die Initiative im Saale-Orla-Kreis frischen Wind und ein gutes Händchen für künftige Projekte!