Am Samstagnachmittag fand in der Reutlinger Stadtbibliothek der mit Spannung erwartete Kreisentscheid im Vorlesewettbewerb statt. Acht Sechstklässlerinnen und Sechstklässler aus Reutlingen und dem Umland traten an, um ihre Lesekünste unter Beweis zu stellen. Die Veranstaltung wurde von der Buchhandlung Osiander organisiert und moderiert von Désirée Lumbreras-Roth und Katharina Erentraut. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, dreiminütige Lesungen aus ihren Lieblingsbüchern zu präsentieren, und das Publikum konnte sich auf eine bunte Mischung aus Genres freuen.
Die Jury, bestehend aus Simone Härter vom Reutlinger Härter-Verlag, Armin Knauer, GEA-Kulturredaktionsleiter, Gitta Busch, Lesepatin, Simone Langer von der Stadtbibliothek und Hannah Kempe, der Vorjahressiegerin, bewertete die Vorträge nach Kriterien wie deutlicher Aussprache, Atmosphäre und sinnvoller Textauswahl. Besonders erfreulich war, dass in beiden Gruppen klare Favoriten ermittelt werden konnten, sodass kein Stechen notwendig war. In der Stadtgruppe überwogen die Mädchen, während die Umland-Gruppe eine ausgewogene Geschlechterverteilung aufwies.
Die Sieger und ihre Bücher
Die Sieger des Wettbewerbs sind Laya Mira Borhan vom HAP-Grieshaber-Gymnasium Reutlingen, die aus „Die Goldene Schreibmaschine“ von Carsten Henn las, und Frieda Johanna Mellen vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen, die die Jury mit ihrer Lesung aus „Die vier verborgenen Reiche“ von Abi Elphinstone überzeugte. Beide Gewinner haben sich nun für die nächste Runde qualifiziert, die beim Bezirksentscheid in Tübingen stattfinden wird und die Möglichkeit bietet, bis zum Landes- und sogar Bundesentscheid zu gelangen.
Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Vorlesen und die Leseförderung sind. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Vorlesekünste mit Mut, Ausdruckskraft und Freude zu präsentieren. So wie Michael Keller, der bei einem ähnlichen Vorlesewettbewerb in der Bibliothek unterm Dach den ersten Platz gewann, indem er die Jury mit seinem Vortrag aus „Wie man 13 wird und überlebt“ von Pete Johnson überzeugte. Auch hier zeigten alle Teilnehmer ihr Vorlesetalent, was die stimmungsvolle Atmosphäre in der Bibliothek unterstrich.
Einblick in die Lesewelt der Kinder
Die Vorliebe für bestimmte Genres war auch in diesem Wettbewerb deutlich zu erkennen. Fantasy-Bücher fanden großen Anklang, und mehrere Teilnehmer lasen aus „Die Goldene Schreibmaschine“ sowie „Woodwalkers“ von Katja Brandis. Aber auch klassische Werke wie Otfried Preußlers „Krabat“ und moderne Geschichten wie „Percy Jackson“ und „Die drei Fragezeichen“ waren Teil des Vorleserepertoires. Solche Veranstaltungen sind nicht nur eine Plattform für junge Talente, sondern tragen auch zur Leseförderung und zur Begeisterung für Literatur bei.
Die Bedeutung des Vorlesens und der Lesekultur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Vorlesewettbewerb, ausgerufen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, fördert nicht nur die Lesekompetenz der Kinder, sondern stärkt auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Präsentationsfähigkeiten. So zeigt sich, dass das Lesen nicht nur ein individueller Genuss ist, sondern auch gemeinschaftliche Freude bereitet und die Entwicklung junger Menschen unterstützt. Weitere Informationen zu dem Event und den Teilnehmern finden Sie in den ausführlichen Berichten auf GEA und Kepi Reutlingen.