Im Landkreis Südliche Weinstraße ereignete sich am 12. November 2025 ein erschreckender Vorfall, der die 77-jährige Maria W. zum Opfer eines hinterhältigen Enkeltricks machte. Gegen 12:20 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf von einer als Enkelin auftretenden Betrügerin, die dramatisch einen schweren Verkehrsunfall schilderte, bei dem Marias Tochter angeblich eine Person getötet hatte. In weiteren Gesprächen, in denen ein Mann, der sich als Staatsanwalt ausgab, übernahm, wurde ein Geldbetrag für eine Kaution gefordert.
Da Maria nur über wenig Bargeld verfügte, bot sie an, Goldmünzen zur Begleichung der Kaution zu verwenden. Die Verständigung führte zu einem Treffen am Amtsgericht Speyer in der Wormser Straße, wo sie gegen 14:30 Uhr insgesamt 50 Goldmünzen im Wert von rund 125.000 Euro übergab. Der Täter, der die Münzen entgegennahm, wird als etwa 25 bis 30 Jahre alt beschrieben, mit lockigen, dunklen, kurzen Haaren und einer blauen Jeans sowie einem dunkel bräunlichen Pullover. Nach der Übergabe flüchtete er zuerst zu Fuß in Richtung Innenstadt und fuhr schließlich mit einem blauen Kleinwagen mit RP-Kennzeichen in die Luzerngasse davon. Die Ermittler bitten um Hinweise, um diesen skrupellosen Betrüger zu fassen. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ist unter der Telefonnummer 0621 963-23312 oder per E-Mail erreichbar.
Die Warnung ist nicht aus der Luft gegriffen
Es ist alarmierend zu sehen, dass trotz eines signifikanten Rückgangs von Enkeltrickbetrügereien in einigen Regionen, wie in Sachsen-Anhalt, diese schockierenden Fälle weiterhin auftreten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass 2024 die Fälle dort auf 463 zurückgingen, während es 2023 noch 1917 Betrugsfälle waren. Dies bedeutet einen Rückgang von 76 Prozent und den niedrigsten Wert seit 2020. Das erklärt jedoch keineswegs, warum viele Menschen, insbesondere solche ab 71 Jahren, noch immer Ziel dieser Betrüger sind. Der finanzielle Schaden durch solche Straftaten war 2024 immer noch nahezu 960.000 Euro.
Die Polizei bietet einige wertvolle Tipps, um sich gegen diese dreisten Anrufe zu wappnen:
- Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, bei denen sich der Caller nicht mit einem Namen meldet.
- Überprüfen Sie die Identität angeblicher Verwandter telefonisch.
- Geben Sie keine Details zu Ihrem familiären oder finanziellen Stand preis.
- Nehmen Sie sich Zeit, um Informationen zu überprüfen.
- Übergaben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
- Melden Sie verdächtige Anrufe sofort der Polizei unter der Notrufnummer 110.
Zusätzlich wird geraten, Vornamen in Telefonbuch-Einträgen abzulehnen und Wertsachen nicht zu Hause aufzubewahren. Diese Schritte könnten viele Menschen davor bewahren, in die Falle solcher Betrüger zu tappen. Sicherheitsvorkehrungen sind unerlässlich, um derartigen Betrugsopfern vorzubeugen und um zu verhindern, dass unbequeme Momente in großen finanziellen Verlusten enden.
Dieser Fall ist ein weiterer erschreckender Beweis, dass auch im digitalen Zeitalter, in dem Betrugsfälle seltener werden, alte Tricks immer noch effektiv sind. Es ist an der Zeit, wachsam zu bleiben und klare Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst zu schützen.





