Ein tragischer Fall erschüttert den Landkreis Rottweil: Ein 21-jähriger Mann wurde wegen Totschlags an seiner Mutter zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Das Landgericht Rottweil wandte Jugendstrafrecht an, da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat als Heranwachsender galt, wie stern.de berichtet.

Die Tat ereignete sich im Februar, als der junge Mann mit einem Fleischklopfer auf seine Mutter losging. Während er an einem Essen arbeitete, kam es zu einem Streit, in dessen Verlauf er seiner Mutter von seinen finanziellen Sorgen und der Suche nach einem Ausbildungsplatz berichtete. Der Streit eskalierte, und es war der erste Schlag mit dem Fleischklopfer, der zu einer Tragödie führte.

Details zur Tat

Der Angeklagte gestand, seine Mutter mit mindestens zehn Schlägen gegen Kopf und Gesicht schwer verletzt zu haben, was schließlich zu ihrem Tod durch Blutverlust führte. Nach der Tat zeigte er sich äußerst besorgt: Um die Spuren zu verwischen, legte er die Leiche zusammen mit der Handtasche seiner Mutter in eine Box und schleppte diese in den Keller. Der Fleischklopfer zerbrach aufgrund der Wucht der Schläge. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Verurteilung wegen Mordes gefordert, sah jedoch das Mordmerkmal nicht als erfüllt an. Der Angeklagte gab an, nicht beabsichtigt zu haben, seine Mutter zu töten, und fühlte sich von Angst und Panik überwältigt.

Die Entscheidung des Gerichts, Jugendstrafrecht anzuwenden, spiegelt die Tatsache wider, dass bei Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren im Einzelfall geprüft wird, ob das Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt. Laut zametzer-law.de verfolgt das Jugendstrafrecht einen erzieherischen Ansatz. Ziel ist es, junge Straftäter zu sozial integrierten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen und zu resozialisieren.

Statistik zur Jugendkriminalität

Diese tragische Geschichte ist Teil eines größeren Trends in Deutschland, wo Jugendkriminalität rapide ansteigt. Im Jahr 2024 verzeichnete man mit rund 13.800 Fällen einen Höchststand, was mehr als doppelt so viel ist wie sechs Jahre zuvor. Der Anteil junger Tatverdächtiger ist überwiegend männlich; fast drei Viertel der beschuldigten Jugendlichen sind Männer, wie statista.com berichtet. Das Bundeskriminalamt nennt psychische Belastungen durch die Corona-Maßnahmen und Herausforderungen für junge Schutzsuchende als mögliche Gründe für diesen Anstieg.

Es bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle durch präventive Maßnahmen und ein stärkeres Augenmerk auf die Bedürfnisse junger Menschen in Zukunft verhindert werden. Ein gutes Händchen in der Kinder- und Jugendhilfe könnte entscheidend sein, um kriminellen Lebensläufen entgegenzuwirken und dadurch tragische Taten wie die im Fall Rottweil zu vermeiden.