In einer spannenden Wahl hat Christoph Keckeisen das Amt des neuen Landrats von Rottweil übernommen. Mit 39 von 43 Stimmen konnte er sich gegen seinen Herausforderer Frank Bonath, den FDP-Landtagsabgeordneten aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, durchsetzen. Der scheidende Landrat Wolf-Rüdiger Michel, der nach fast 24 Jahren in den Ruhestand geht, übergab Keckeisen feierlich die Amtsgeschäfte. Diese Wahl war nicht nur ein politisches Ereignis, sondern auch ein Moment der Veränderung und der Hoffnung für die Bürger der Region.
Die Bewerbungsrede von Keckeisen wurde von den Anwesenden mit deutlich mehr Applaus bedacht als die des Herausforderers. In seiner Ansprache versprach er, als Landrat mit Überzeugung zu handeln und das Leben der Bürger nachhaltig zu verbessern. Ein zentrales Anliegen wird der Bau eines neuen Landratsamts sowie die Digitalisierung der Verwaltung sein, die er zur Chefsache erklärt hat. Diese Themen sind besonders relevant, da die Digitalisierung im Landkreis Rottweil bereits in vollem Gange ist, aber noch viele Herausforderungen zu bewältigen sind (Quelle 3).
Die Wahl im Detail
Die Wahl fand in geheimer Abstimmung statt, wobei die CDU-Fraktion bereits im vergangenen November angekündigt hatte, geschlossen für Keckeisen zu stimmen. Die Freien Wähler und die Vereinigung der Wählergemeinschaften bezeichneten ihn als Favoriten, während die FDP Bonath unterstützte. Die SPD, Grüne/ÖDP und AfD zeigten sich hingegen uneinig, was die Unterstützung der beiden Kandidaten anging. Nach der Wahl bedankte sich Keckeisen für das überwältigende Votum, das er als Zeichen des Vertrauens der Kreistagsmitglieder interpretierte. Frank Bonath gratulierte ihm postwendend zu seinem Erfolg.
Keckeisen, geboren am 20. August 1976 in Ravensburg, ist Jurist und bringt eine Vielzahl an Erfahrungen mit, unter anderem als Erster Landesbeamter im Bodenseekreis. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern, was ihm eine gute Perspektive auf die Belange der Familien in der Region gibt. Er hob in seiner Rede die Notwendigkeit solider Finanzen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor und betonte die wichtige Rolle der Bildung, insbesondere der Hochschulen, in der wirtschaftlichen Transformation des Landkreises.
Digitalisierung als Schlüsselthema
Die Digitalisierung der Verwaltung wird ein zentrales Thema unter Keckeisens Führung sein. Aktuell laufen bereits zahlreiche Projekte, die darauf abzielen, Online-Bürgerdienste und elektronische Akten einzuführen. Der Landkreis Rottweil investiert in die technische Infrastruktur und IT-Sicherheit, um den Herausforderungen der digitalen Transformation gewachsen zu sein. Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet die Verwaltung zur digitalen Bereitstellung von Dienstleistungen, aber die Umsetzung ist noch lange nicht abgeschlossen. Der Fachkräftemangel im IT-Bereich bremst viele Projekte und die Umsetzung ist oft auf Vorgaben von Land und Bund angewiesen (Quelle 3).
Insgesamt verspricht Keckeisen, eine Bürgernähe, Entscheidungsfreude und Sichtbarkeit in seiner Amtsführung zu etablieren. Die ersten Anzeichen für den Wahlausgang waren bereits im November zu erkennen, als die CDU-Fraktion sich klar für ihn aussprach. Mit dieser Wahl steht Rottweil vor einer aufregenden Zeit, in der die Weichen für die Zukunft der Region gestellt werden.






