Heute ist der 20.02.2026, und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht in sein fünftes Jahr. Der Konflikt hat nicht nur die geopolitische Landschaft Europas verändert, sondern auch massive Schäden an der Infrastruktur und tragische zivile Opfer auf beiden Seiten gefordert. Interessanterweise dauert der Krieg nun länger als der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Trotz intensiver Kämpfe ist die russische Eroberung des Donbass, die als Minimalziel ausgegeben wurde, für die russischen Truppen weiterhin in weiter Ferne.

Aktuelle Berichte sprechen davon, dass etwa 10% der Regionen Donezk und Luhansk noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die ukrainische Armee hat gut ausgebaute Verteidigungsstellungen in Städten wie Kostjantyniwka, Druschkiwka, Kramatorsk und Slowjansk errichtet. Prognosen deuten darauf hin, dass bis zu zwei Jahre harter Kämpfe um diese Industriegebiete bevorstehen. Russland fordert von der Ukraine einen freiwilligen Rückzug aus den umkämpften Gebieten, während die Ukraine ihre Verteidigung mit Hilfe von Drohnen verstärkt, um den russischen Vormarsch zu bremsen.

Luftangriffe und die Rolle der Drohnen

Am 8. Juli 2025 startete Russland den größten Luftangriff des Krieges, bei dem 728 Drohnen und 13 Raketen eingesetzt wurden. Die meisten Angriffe richteten sich gegen die westukrainische Stadt Luzk. Dabei schoss die ukrainische Flugabwehr beeindruckende 711 dieser Drohnen ab, indem sie kostengünstige Abfangdrohnen einsetzte. Der Drohnenkrieg hat an Bedeutung gewonnen; unbemannte Systeme fungieren als Multiplikatoren auf dem Schlachtfeld und ersetzen teilweise traditionelle militärische Fähigkeiten, was die Gefährdung von Soldaten verringert.

Russische Luftangriffe zielen zunehmend auf Rekrutierungszentren in der Ukraine ab, um die Mobilisierungsbemühungen zu behindern. In Regionen wie Winnyzja, Poltawa und Krementschuk gab es Angriffe, die dazu führten, dass einige Rekrutierungszentren ihre Arbeit einstellen mussten. Trotz dieser Angriffe haben die ukrainischen Streitkräfte in der Region Sumy den russischen Vormarsch gestoppt, ohne dass Russland nennenswerte Fortschritte erzielen konnte.

Die Personalverluste und Rekrutierungsproblematik

Schätzungen zufolge haben beide Seiten mehrere Hunderttausend Soldaten verloren; Russland hat etwa 220.000 Tote zu beklagen, während die Ukraine etwa 180.000 Soldaten verloren hat. Russland rekrutiert monatlich fast 40.000 neue Soldaten, während die Ukraine etwa 27.000 mobilisiert. Allerdings ist Fahnenflucht für die Ukraine ein ernstes Problem, mit über 300.000 ausgewiesenen Fällen in letzter Zeit. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine veröffentlicht keine Zahlen mehr zu Deserteuren, was die Situation zusätzlich kompliziert.

Konflikte bei Zwangsrekrutierungen zwischen Feldjägern und Zivilisten sind ebenfalls ein Thema, das nicht ignoriert werden kann. Während beide Seiten kein baldiges Ende des Krieges sehen, gibt es teils gegenteilige Rhetorik, die Hoffnung auf eine Lösung weckt. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine hat in dieser Hinsicht ebenfalls keine Zahlen mehr zu Deserteuren veröffentlicht.

Technologische Entwicklungen und der Einfluss von Drohnen

Die Bedeutung unbemannter Systeme hat im russisch-ukrainischen Krieg erheblich zugenommen. Obwohl Drohnen keinen entscheidenden militärischen Durchbruch ermöglicht haben, sind sie essenziell für das Überleben der Ukraine. Historisch gesehen reicht die Entwicklung der Drohnenkriegsführung bis ins Jahr 1584 zurück, mit bedeutenden Meilensteinen in den 1910er bis 2000er Jahren. Die Ukraine hat vor der Vollinvasion 2022 eine eigene Drohnenindustrie aufgebaut und plant, ihre Produktion von zwei Millionen Drohnen im Jahr 2024 auf vier Millionen im Jahr 2025 zu steigern.

Russland hingegen verfolgt ein zentralisiertes Produktionssystem, mit der bekanntesten Drohne, der Kamikaze-Drohne Shahed-136. In den kommenden Jahren plant Russland, über 6.000 Shahed-Drohnen pro Monat zu produzieren. Die Entwicklung fortgeschrittener, KI-gestützter Systeme verläuft jedoch langsamer als erwartet, und eine Massenproduktion solcher Systeme ist bis Sommer 2025 nicht zu erwarten.

Insgesamt zeigt sich, dass, obwohl Drohnen eine entscheidende Rolle im modernen Krieg spielen, konventionelle Waffensysteme nach wie vor wichtig bleiben. Zukünftige Fortschritte in der KI könnten die Leistungsfähigkeit von Drohnen weiter steigern und Personalengpässe kompensieren. Der Krieg in der Ukraine bleibt ein komplexes und dynamisches Geschehen, dessen Ausgang noch ungewiss ist. Weitere Informationen finden Sie in den Quellen Schwarzwälder Bote, ZDF und Bundeszentrale für politische Bildung.