Die sozialen Medien haben in den letzten Jahren einen enormen Einfluss auf unsere Kommunikation und Informationsverbreitung gewonnen. In der Gemeinde Dormettingen ist Vincent Schlaich als Social-Media-Beauftragter aktiv und hat die spannende Aufgabe, die Bevölkerung über Neuigkeiten aus Vereinen, Veranstaltungen, Rathausinformationen und Kommunalpolitik zu informieren. Er pflegt die Instagram-Seite @gemeindedormettingen, die mit Bildern und Eindrücken aus der Gemeinde gefüllt ist. Schlaich hat kürzlich im sozialen Netzwerk „SonNe“ über „Fluch und Segen von Social Media“ referiert und dabei sein persönliches Interesse an sozialen Medien als Ergebnis von Kreativität, Themenvielfalt und schneller Informationsverbreitung beschrieben.

Ein zentrales Thema seiner Ausführungen waren die Unterschiede im Zugang zu sozialen Plattformen zwischen älteren und jüngeren Menschen. Während Jüngere soziale Medien intuitiv, häufig und vielfältig nutzen, sind Ältere zurückhaltender und legen Wert auf Übersichtlichkeit und Datenschutz. Diese unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten bringen sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Ältere Nutzer sind oft mit Gefahren wie Desinformation, Betrug und technischen Überforderungen konfrontiert, während Kinder und Jugendliche unter Cybermobbing, Sucht und ungeeigneten Inhalten leiden können. Schlaich empfiehlt einen bewussten Umgang mit Inhalten, das Vergleichen aus verschiedenen Quellen und regelmäßige Pausen. Außerdem hebt er Instagram als eine empfehlenswerte Plattform hervor, die durch breite Nutzung, Austauschmöglichkeiten und Übersichtlichkeit besticht.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in sozialen Medien

Ein weiterer spannender Aspekt ist der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf soziale Netzwerke. Die Entwicklung von KI-Tools ist eng mit sozialen Medien verbunden und reicht mittlerweile über 15 Jahre zurück. Soziale Medien bieten eine Infrastruktur für Nutzer, um Inhalte zu teilen und soziale Beziehungen zu knüpfen. Künstliche Intelligenz spielt in diesem Kontext eine doppelte Rolle: Zum einen wird sie zum Kuratieren von Informationen eingesetzt, indem sie Inhalte auswählt und Empfehlungen auf Basis von Nutzerverhalten gibt. Diese Algorithmen nutzen große Datenmengen, um Muster zu erkennen und die Verweildauer der Nutzer zu erhöhen, was letztlich auch die Werbeeinnahmen steigert. Zum anderen findet KI auch Anwendung in der Moderation von Inhalten, wo sie hilft, problematische Inhalte zu identifizieren.

Allerdings gibt es auch Bedenken: Die algorithmische Auswahl kann die Vielfalt der Inhalte einschränken und es besteht die Gefahr von „Overblocking“, bei dem zulässige Inhalte fälschlicherweise eingeschränkt werden. Zudem sind die großen Plattformen wie Meta und Alphabet in der Kritik, da sie durch ihre Marktmacht und Kontrolle über zentrale Infrastrukturen nicht dem Gemeinwohl verpflichtet sind.

Auswirkungen und Risiken von KI

Die Anwendungen von KI in sozialen Medien sind vielfältig. Sie reichen von der Personalisierung von Inhalten über Werbemanagement bis hin zur Inhaltsmoderation und sogar zur Generierung von Social-Media-Posts. Snapchat hat beispielsweise einen generativen KI-Chatbot namens My AI eingeführt, während Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn KI für verschiedene Funktionen nutzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: KI kann dazu beitragen, unangemessene Inhalte zu identifizieren, Kundenstimmungen zu sammeln und gezielte Werbung zu ermöglichen. Doch auch hier gibt es Risiken, wie die Förderung von Echokammern, voreingenommene Entscheidungen und die unzureichende Moderation von Inhalten.

In einer Zeit, in der soziale Medien zunehmend als zentrale Elemente der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, ist es wichtig, sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen, die sich durch den Einsatz von KI ergeben, zu reflektieren. Die Balance zwischen Informationsfreiheit und dem Schutz der Nutzer bleibt eine spannende Herausforderung, die sowohl die Gesellschaft als auch die Technologieanbieter betreffen wird.