Unbekannte haben am 21. Februar 2026 gegen 19 Uhr den Eingang des Freiburger Schlossbergstollens aufgebrochen, was alarmierende Konsequenzen nach sich zog. Das Ereignis löste einen umfassenden Einsatz der örtlichen Einsatzkräfte aus, einschließlich des Rettungsdienstes, da befürchtet wurde, dass Eindringlinge in den maroden Stollen gelangt sein könnten. Höhepunkt des Geschehens war die Durchsuchung des Stollens durch einen Polizeitrup in weißen Schutzanzügen, der glücklicherweise keine Personen finden konnte. Während des gesamten Einsatzes wurde der Stolleneingang von der Polizei überwacht, und nach zwei Stunden übergaben die Einsatzkräfte die Ermittlungen an die Polizei.

Die Hintergründe sind ebenso spannungsgeladen wie die Geschehnisse selbst. Der Schlossbergstollen, ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde ursprünglich als Luftschutzstollen errichtet. Laut vnv-urbex.de ist der Stollen derzeit nicht mehr in Betrieb und befindet sich in einem maroden Zustand, mit Rückbaumaßnahmen, die bereits im Jahr 2014 beschlossen wurden. Seither ist es ein Ort, der eher im Verborgenen existiert, und die jüngsten Vorfälle werfen ein neues Licht auf diese versteckte Geschichte.

Geplante Versiegelung der Zivilschutzanlage

Zusätzlich zu den aktuellen Geschehnissen geriet der Zivilschutzbunker unter dem Freiburger Schlossberg in den Fokus der Stadtverwaltung. Dieser Bunker, der aus dem Kalten Krieg stammt, erstreckt sich über fast zwei Kilometer und bietet Platz für bis zu 5000 Personen. Laut einem Bericht von Chilli Freiburg soll der Bunker, der aufgrund von Schimmel und anderen Schadstoffen als hochgiftig gilt, nie wieder betreten werden. Dies ist nicht nur eine Verlautbarung, sondern eine dringende Warnung, da die Belastungen in den letzten zehn Jahren zugenommen haben und bei der letzten vollständigen Wartung im Jahr 2011 auch kein adäquater Schutz festgestellt werden konnte.

Die städtischen Behörden haben zudem не vor, die Kosten für die Versiegelung des Bunkers zu übernehmen, was die Diskussion über die zukünftige Verwendung und den Zustand dieser historischen Anlage weiter anheizt. Interessanterweise wurde die jährliche Instandhaltung des Bunkers bislang vom Bund mit etwa 25.000 Euro unterstützt, der nun plant, die Anlage aus der Zivilschutzbindung zu entlassen und sie an die Stadt zurückzugeben. Doch die Stadt scheint hinsichtlich der finanziellen Verantwortung zurückhaltend zu sein.

In der jüngsten Vergangenheit wurden im Bunker sogar Obdachlose entdeckt, was die Situation noch komplexer macht. Im Februar 2023 führte die Polizei eine Räumung durch. Darüber hinaus gibt es in Freiburg auch andere Bunker, wie einen ehemaligen Militärbunker im Hirzberg, wo kreative Projekte wie die Züchtung von Speisepilzen umgesetzt werden.

Insgesamt bleibt die Situation rund um den Schlossbergstollen und den Zivilschutzbunker spannend. Die Aufbrüche und die geplanten Maßnahmen zur Versiegelung zeugen von einer notwendigen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und den Herausforderungen, die mit diesen geschichtsträchtigen Orten verbunden sind. Was als nächstes passiert, bleibt abzuwarten, doch eines ist sicher: Die Geschichte Freiburgs wird weitergeprägt durch diese verborgenen Stätten.