Am 23. Februar 2026 besuchte der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais mehrere Unternehmen im Kreis Rottweil, darunter das Autohaus Car-Port in Deißlingen-Lauffen und die Oel Heimburger GmbH in Rottweil. Bei diesen Besuchen standen wichtige Themen wie Bürokratie, alternative Kraftstoffe und die Herausforderungen der Mobilitätswende im Fokus. Karrais sprach mit den Geschäftsführern Mirjam Best, David Buhlinger und Dominik Best über die aktuellen Probleme in der Kfz-Branche. Besonders die bürokratischen Hürden, die für die Nutzung roter Kennzeichen für Probefahrten erforderlich sind, stießen auf Kritik. Die handschriftliche Dokumentation wurde als besonders zeitaufwendig angesehen. Karrais plädierte für digitale Lösungen, um den bürokratischen Aufwand zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Ein weiteres zentrales Thema der Gespräche war die Einführung alternativer Kraftstoffe, speziell HVO-100, die momentan durch den fehlenden Tankraum behindert wird. Michael Dittert von Oel Heimburger GmbH wies darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeit und Auslastung der Ladeinfrastruktur noch unsicher sind. Karrais betonte die Notwendigkeit von Technologieoffenheit, um auch die bestehende Fahrzeugflotte in den Klimaschutz einzubeziehen. Damit sprach er eine pragmatische Mobilitätswende an, die wirtschaftliche Realität, Klimaschutz und Versorgungssicherheit miteinander verbindet.
Die Rolle der Elektromobilität
Die Elektromobilität ist ein zentraler Baustein für eine klimaneutrale Mobilität. Allerdings bleibt der Hochlauf batterieelektrischer Fahrzeuge (BEVs) hinter den Zielvorgaben zurück. Laut dem Whitepaper „Transformation zur nachhaltigen Mobilität“ wird der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge im europäischen Pkw-Bestand bis 2050 nur 56 % betragen, trotz steigender Neuzulassungen und eines geplanten Verbrennerverbots ab 2035. Die Herausforderungen liegen vor allem in der Ladeinfrastruktur, dem Stromnetzausbau und der Energieerzeugung, die hinter den Anforderungen zurückbleiben. Dies ist besonders in Ländern ohne leistungsfähiges Stromnetz ein großes Problem.
Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland. In ländlichen Räumen ist der Handlungsdruck aufgrund längerer Wege und eingeschränkter ÖPNV-Angebote besonders hoch. Hier zeigt sich eine hohe Abhängigkeit vom privaten Pkw, was zu hohen Emissionen führt. Die Mobilitätsbedarfe im ländlichen Raum unterscheiden sich erheblich von denen in städtischen Gebieten, was eine spezifische Herangehensweise erfordert. Lösungen aus urbanen Kontexten sind oft nicht ohne Weiteres auf ländliche Räume übertragbar.
Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum
Für die Förderung nachhaltiger Mobilität in ländlichen Gebieten sind kommunale Strategien notwendig, die ortsspezifisch entwickelt werden müssen. Ansätze wie hierarchisierte ÖPNV-Netze, flexible Bedienformen wie Rufbusse oder Anruf-Sammel-Taxis sowie sichere Fuß- und Radverkehrsinfrastrukturen sind entscheidend. Zudem müssen digitale Buchungs- und Informationssysteme die Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Eine nachhaltige Verkehrswende erfordert ein integriertes Gesamtsystem, das verschiedene Verkehrsträger berücksichtigt und die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt stellt.
Eine technologieoffene Strategie ist notwendig, um den Umbau des Verkehrssektors zu unterstützen. Regulatorische Rahmenbedingungen für CO₂-neutrale Kraftstoffe wie HVO, e-Fuels und grünen Wasserstoff müssen geschaffen werden, um die Klimaziele zu erreichen. Der Weg zur klimaneutralen Mobilität erfordert daher Vielfalt und mehr als nur elektrische Lösungen. Das Fokuspapier „Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen“ bietet hilfreiche Hinweise auf Beratungs- und Fördermöglichkeiten, um den Herausforderungen in diesen Regionen zu begegnen.
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