Ab Januar 2026 wird das Fahren mit Bus und Bahn in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg spürbar teurer. Die Mitglieder des Zweckverbandes Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg haben eine Preiserhöhung um 15,7 % für den Move-Tarif beschlossen. So wird beispielsweise der Preis für ein Einzelticket in einer Zone von 2,70 Euro auf 3,10 Euro steigen. Auch das Tagesticket Single erhöht sich von 5,30 Euro auf 6,10 Euro und das Monatsticket für Erwachsene kostet künftig 67,90 Euro statt 58,70 Euro.
Die Preiserhöhung der Abo-Card für Erwachsene liegt mit einem Anstieg von 46 Euro auf 53,20 Euro ebenfalls deutlich über den bisherigen Preisen. Bürgermeister Detlev Bührer hat auf die finanzielle Belastung der Kommunen hingewiesen, die durch diese Maßnahmen entstehen. Ursprünglich hatte die Verbundgeschäftsstelle eine Erhöhung um 10,7 % vorgeschlagen, der nun beschlossene Anstieg fiel jedoch höher aus, was für einige Vertreter, insbesondere aus dem Landkreis Rottweil, zunächst auf Widerstand stieß. Letztlich wurde die Preiserhöhung bei einer Enthaltung beschlossen, trotz Bedenken eines Landesvertreters.
Finanzielle Hintergründe und Herausforderungen
Die finanziellen Hintergründe sind nicht zu übersehen: Der Jahresabschluss 2024 weist ein Minus von 2,4 Millionen Euro auf, was jedoch um 600.000 Euro besser ausfiel als zuvor geschätzt. Dieses Defizit verteilt sich auf die Mitglieder des Zweckverbandes, wobei der Schwarzwald-Baar-Kreis mit 664.372 Euro und der Landkreis Tuttlingen mit 615.083 Euro belastet werden. Auch der Kreis Rottweil trägt mit 736.166 Euro und das Land mit 378.912 Euro zur Finanzierung bei. Geschäftsführer Podolski und Volz wurden für das bessere Ergebnis gelobt.
Neuer Move-Tarif
Im Kontext der neuen Preisstruktur wurde erst letztes Jahr der Move-Tarif eingeführt, um Fahrten im gesamten Verbundgebiet Schwarzwald-Baar-Heuberg zu vereinfachen. Mit der Reduzierung der Tarifzonen von 27 auf 8 soll mehr Übersichtlichkeit und eine bessere Tarifgestaltung erzielt werden. Der Landrat Sven Hinterseh bezeichnete diesen Schritt als bedeutenden Fortschritt für den öffentlichen Personennahverkehr in der Region. Das Ziel besteht darin, einen umweltfreundlichen Nahverkehr zu fördern und den Fahrgästen attraktive Optionen zu bieten.
Ein weiteres wichtiges Projekt ist der geplante Ausbau und die Elektrifizierung des Ringzugs 2.0. Dazu zählen unter anderem die Erweiterung des Ringzugverkehrs bis St. Georgen und der Bau neuer Haltestellen. Auch die Elektrifizierung weiterer Teilstrecken sowie die Einführung eines Metropolexpress von Villingen-Schwenningen nach Stuttgart sind im Gespräch. Der Zweckverband Ringzug Schwarzwald-Baar-Heuberg wird dafür zuständig sein und unter dem neuen Namen Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg firmieren.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie Passagiere auf die Preiserhöhungen reagieren werden. Der Fokus liegt darauf, den öffentlichen Nahverkehr attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten, auch wenn die Erhöhungen in der Vergangenheit für viel Gesprächsstoff gesorgt haben.
Für weitere Details zu den Veränderungen im Verkehrsverbund gibt es umfassende Informationen auf Südkurier und den aktuellen Tarifinformationen auf Sweb.