Am 2. Dezember 2025 steht das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition vor einer entscheidenden Probe. Die Union plant eine Probeabstimmung in der Bundesfraktion, um herauszufinden, wie viele Abgeordnete von der Jungen Gruppe, die aus 18 Mitgliedern besteht und das Paket ablehnt, für das umstrittene Gesetz votieren könnten. Wie Schwarzwaelder Bote berichtet, benötigt die Koalition mindestens sechs Stimmen der Jungen Gruppe für eine eigene Mehrheit im Bundestag, um das Gesetz am kommenden Freitag zu verabschieden.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Jens Spahn versuchen gegenwärtig, Stimmen in der innerparteilichen Opposition zu gewinnen. Während Spahn einen optimistischen Blick auf die Abstimmung hat, betont die Junge Gruppe, dass das Rentenpaket ihrer Meinung nach hohe Kosten verursachen könnte. Diese Bedenken wurden von den Mitgliedern der Jungen Gruppe, wie Johannes Winkel, klar geäußert, der angekündigt hat, mit Nein zu stimmen.
Der Druck wächst
Gerade jetzt, wo in mehreren Bundesländern wichtige Wahlen anstehen, wird der Druck auf die Koalition, eine Einigung zu finden, immer größer. Die Opposition, angeführt von Grünen und AfD, hat das Rentengesetz bereits vehement kritisiert, während die Linke ihr Abstimmungsverhalten erst am Dienstag beraten wird. Arbeitsministerin Bärbel Bas macht die Bedeutung des Gesetzesentwurfs für den Fortbestand der Koalition deutlich. Auch ihrer Ansicht nach muss ein Scheitern des Rentenpakets unbedingt vermieden werden – das könnte die Regierung in eine existenzielle Krise stürzen, nicht zuletzt vor den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Ein mögliches Kompromissangebot sieht vor, dass eine Rentenkommission bis Mitte 2026 Reformvorschläge entwickelt. Das wurde jedoch von der Jungen Gruppe als unzureichend abgestempelt. Es überraschte daher nicht, dass das Abstimmungsverhalten der Mitglieder freigestellt wird, was bedeutet, dass sie selbst entscheiden können, ob sie für oder gegen den Gesetzentwurf stimmen.
Finanzielle Aspekte und Stabilität der Renten
Die Finanzierung des Rentenpakets soll, anders als bisher angedacht, nicht aus Beiträgen, sondern aus Steuermitteln erfolgen. Die Koalitionsspitzen haben sich auf eine unveränderte Stabilisierung des Rentenniveaus geeinigt, das nach den Vorstellungen der Regierung auch in den kommenden zehn Jahren stabil bleiben soll. In diesem Sinne soll eine neuen Expertenkommission das Thema nachhaltige Rentenreformen vorantreiben, die bis zum Sommer 2026 Vorschläge erarbeiten soll. Tagesschau verweist darauf, dass Merz mehrere Vorhaben wie die Einführung der Aktivrente im Jahr 2026 bereits in Aussicht gestellt hat.
Zwar zeigt sich die Koalition optimistisch, dass eine Mehrheit im Bundestag zustande kommen könnte, doch wie ZEIT berichtet, ist die endgültige Entscheidung über das Abstimmungsverhalten der Union erst am Dienstag fällig. In der Luft schwebt das Risiko des Scheiterns, das die Regierung in eine unsichere Lage bringen könnte, sollte tatsächlich keine Einigung erreicht werden. Die kommende Woche könnte somit wegweisend für die politische Zukunft der Koalition werden.