Am heutigen 5. Dezember 2025 stehen in Deutschland bedeutende Entscheidungen bevor: Der Bundestag will über den Gesetzentwurf „zur Modernisierung des Wehrdienstes“ abstimmen. Das Vorhaben hat bei Jugendlichen und Schülern allerorts für Aufregung gesorgt. Ein breites Bündnis mit dem Namen „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ hat zu landesweiten Streiks aufgerufen, um gegen die Reformation des Wehrdienstes zu protestieren. In Heidelberg sind beispielsweise bereits 500 Teilnehmer:innen angemeldet, die ihrem Unmut Ausdruck verleihen wollen.

Besonders brisant ist, dass der Protest am gleichen Tag wie die Bundestagsabstimmung stattfindet. In vielen Städten gibt es organisierte Streiks, darunter Backnang, Freiburg und Stuttgart, wo junge Menschen dem Aufruf zur Protestaktion folgen. Die genauen Streikorte und -zeiten sind klar festgelegt: In Backnang wird um 12 Uhr am Leibnitzplatz gestreikt, während in Stuttgart die Teilnehmer:innen um 11:30 Uhr am Kronprinzplatz zusammenkommen werden. Auch in größeren Städten wie Berlin wird mit mehreren Tausend Teilnehmer:innen gerechnet, wie die Polizei berichtet.

Die Gründe für den Widerstand

Die Protestierenden kritisieren, dass ihre Stimme in der aktuellen Diskussion um den Wehrdienst weitestgehend ignoriert wird. Die geplanten Änderungen an dem Gesetz sehen zwar zunächst nur einen freiwilligen Wehrdienst vor, allerdings bestehen Bedenken über mögliche Losverfahren, die auch Zwangsdienste und militärische Ausbildungen mit sich bringen könnten. Dies führt zu einer klaren Ablehnung seitens des Bündnisses gegen jegliche Form von Zwangsdiensten.

Der Entwurf wird maßgeblich von den Koalitionsfraktionen im Bundestag unterstützt, die damit die Streitkräfte angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kriegstüchtiger machen wollen. Zukünftig sollen junge Männer ab dem Geburtsjahr 2008 einen Fragebogen zur Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr ausfüllen, wobei Frauen ebenfalls die Möglichkeit haben, diesen auszufüllen. Eine verpflichtende Musterung für Männer wird eingeführt, jedoch bleibt die Option zur Verweigerung erhalten.

Unterstützung und Bedenken

Der Protest wird von zahlreichen Organisationen unterstützt, darunter die Bildungsgewerkschaft GEW sowie verschiedene Friedensorganisationen. Sie betonen die Wichtigkeit der Stimme junger Menschen in der aktuellen Debatte. Zudem ist jedoch der Deutsche Lehrerverband besorgt über die möglichen Folgen unentschuldigten Fehlens während der Unterrichtszeit. Er warnt vor möglichen erzieherischen Maßnahmen, die bis zu einem Verweis reichen können.

Mit dem heutigen Streik und den damit verbundenen Aktionen hoffen die Jugendlichen, auf die drängenden Themen rund um den Wehrdienst aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen Militarisierung und Kriegsvorbereitung zu setzen. Denn eines ist klar: Die jungen Menschen wollen gehört werden, wenn es um ihre Zukunft geht.

Die Ereignisse des heutigen Tages und die Reaktionen in der Gesellschaft werden sicherlich noch lange nachklingen. Die Abstimmung im Bundestag ist nur der erste Schritt in einem weitreichenden politischen Prozess, der die jungen Generationen direkt betrifft.