Schwabenlandtower: Ein Fluch für Fellbachs Bauprojekte?
Erfahren Sie mehr über Baustopps, gescheiterte Projekte und die aktuelle Zukunft des Schwabenlandtowers in Baden-Württemberg.

Schwabenlandtower: Ein Fluch für Fellbachs Bauprojekte?
In der aktuellen Nachrichtensituation zeigt sich ein düsteres Bild für einige großangelegte Bauprojekte in Deutschland. Das Beispiel des Flughafen Berlin Brandenburg (BER) steht symbolisch für die Schwierigkeiten, die solche Vorhaben oft begleiten. Auch das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist in voller Fahrt, doch die Eröffnung wird erst für Ende 2026 erwartet – eine Entwicklung, die viele skeptisch dreinschauen lässt, wie die Schwäbische berichtet.
Ein weiteres Sorgenkind entpuppt sich in Fellbach mit dem sogenannten Schwabenlandtower. Der ursprünglich 1992 geplante Hotelkomplex „Le Village“, der 215 gehobene Einzelzimmer-Apartments enthalten sollte, wurde nie fertiggestellt. Der Investor meldete 1995 Insolvenz an, was das Gebäude dem Leerstand überantwortete. Zeitweise wurde die Bauruine sogar von Ratten bewohnt und diente den Rettungskräften für Übungen im Katastrophenschutz. Von der positiven Entwicklung, die sich viele gewünscht hatten, bleibt bislang nicht viel mehr als ein schaler Nachgeschmack.
Ein Turm mit vielen Gesichtern
Anfang der 2000er-Jahre gab es neue Hoffnungen als eine englische Investorengruppe ein Konzept für „Heron City“, ein Einkaufs-, Erlebnis- und Fitnesszentrum, präsentierte. Doch Bürgerproteste gegen die Dimensionen des Projekts führten zur sofortigen Einstellung der Pläne. Sogar ein Vorschlag für ein Bordell in Schiffsform wurde verworfen. Stattdessen wurde die Idee eines Hochhauses, zunächst als „Gewa-5-to-one-Tower“ bezeichnet, ins Spiel gebracht. Nach mehreren Anpassungen wuchs das Projekt auf stolze 34 Stockwerke mit einer Höhe von 107 Metern und einem schlanken, eleganten Design.
Obwohl die anfängliche Euphorie aufkeimte, blieb der Widerstand gegen den Bau nahezu konstant. Der Rohbau schleichte sich jedoch nur mühsam voran. Die Bezeichnung „Schwabenlandtower 107“ kam 2015 auf, begleitet von einem neuen Konzept, das nun 194 Mietwohnungen anstelle der zuvor geplanten 66 Luxusapartments vorsah. Doch das Schicksal des Turms schien besiegelt, als es 2016 zur Insolvenz und einem Baustopp kam. Bis heute steht die Ruine leer und wurde sogar zur neuen Heimat von Wanderfalken, die sich in der Bauruine niedergelassen haben.
Was passiert mit der Ruine?
Ebner Immobilien hat mittlerweile das Areal erworben, doch die zukünftigen Pläne sind vage. Es existieren sieben Varianten zur Weiterentwicklung, die alle in Zusammenarbeit mit der Stadt Fellbach abgestimmt werden müssen. Aber ob es für diesen Turm, der zu einem Symbol für gescheiterte Bauprojekte wurde, noch einen Lichtblick gibt, bleibt abzuwarten.
Wir drücken die Daumen, dass diese Geschichten nicht nur der Vergangenheit angehören, sondern dass etwas Greifbares aus diesen vielen Plänen entsteht. Während in Fellbach die Hoffnungen auf einen gelungenen Abschluss der Bauarbeiten bestehen, bleibt das Beispiel Berlin ein Mahnmal dafür, dass Großprojekte gerne mal ins Stolpern geraten können.