In Michelfeld, im Kreis Schwäbisch Hall, sorgt ein außergewöhnlicher Diebstahl für Aufregung. Unbekannte Täter haben in der Früh des vergangenen Freitags, um 05:40 Uhr, sage und schreibe 80 Liter Altfett vom Gelände eines Fast-Food-Restaurants gestohlen. Die Diebe kletterten über einen Zaun, um an die wertvolle „Ware“ zu gelangen, deren Gesamtwert sich auf unter 50 Euro beläuft. Trotz dieser geringen Summe stellt dieser Vorfall laut den Behörden den ersten seiner Art im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen dar. Interessant bleibt die Frage, was die Täter zu ihrem ungewöhnlichen Raub trieb: Die Polizei hat bisher keine Hinweise auf die Motivation der Täter und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf, doch es sind bislang keine Zeugenmeldungen eingegangen.

Was macht Altfett so begehrenswert? Altes Fett ist nicht nur ein Abfallprodukt, sondern kann in kleinen Mengen entsorgt und weiterverarbeitet werden. Gebrauchte Speiseöle und -fette, genau wie die, die nun verschwunden sind, finden in verschiedenen Industrien Anwendung. Diese Fette können unter anderem zur Herstellung von Biodiesel und anderen Produkten wie Kosmetika verwendet werden. So erzielt man aus etwas vermeintlich Wertlosem einen echten Hochgenuss für die Umwelt. Ein gelungenes Beispiel aus der Region ist das Projekt „Jeder Tropfen zählt“, das sich der Sammlung von gebrauchten Speiseölen und -fetten widmet.

Umweltschutz durch Wiederverwertung

Die Wiederverwertung von Altfett ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich interessant. Laut Mvak wird abfallbasierter Biodiesel aus gebrannten Speiseölen und anderen tierischen sowie pflanzlichen Fetten hergestellt. In Deutschland fällt eine schier unglaubliche Menge von 350.000 bis 400.000 Tonnen gebrauchter Speiseöle und -fette jährlich an, die gesammelt und für die Energieerzeugung technische Verwendung finden.

Stellen Sie sich vor, aus den Überresten des Abendessens könnte ein umweltfreundlicher Kraftstoff gewonnen werden! Besonders in der Gastronomie und in privaten Haushalten fallen diese Rohstoffe im Alltagsbetrieb an. Wenn man dann bedenkt, dass es spezielle Sammelstellen gibt, wo diese Fettreste abgegeben werden können, um Biodiesel und sogar Ökostrom zu erzeugen, dann erkennt man, wie wichtig das Recycling von Altfetten ist.

Tipps zur Fettvermeidung

Wenn es um die Reduktion von Fett beim Kochen geht, gibt es noch viel Potenzial. Experten raten, mit Methoden wie dem Einsatz von Sprayflaschen oder Pinseln zum Einfetten das Fett maßvoll zu dosieren. Hitzebeständige Öle wie Oliven- oder Rapsöl sind hitzeverträglich und verursachen weniger schädliche Abbauprodukte. Moderates Braten und die Verwendung von Antihaftpfannen können ebenfalls zur Lebensdauer des Fettes beitragen und helfen, Überhitzung zu vermeiden. Letztlich lässt sich durch das Backen im Ofen und den Einsatz von Backpapier der Fettverbrauch reduzieren, was nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt zugutekommt, wie die Initiative Mitaltfettendieumweltretten eindrucksvoll demonstriert.

Letztlich bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen in Michelfeld bald zu Erkenntnissen führen, um nicht nur den Diebstahl aufzuklären, sondern auch die allgemeine Problematik der Altfettverwertung ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.