Am 25. November wurde der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen gefeiert – ein Datum, das auch in Köln und Umgebung nicht unbeachtet blieb. Der Anstieg häuslicher Gewalt ist alarmierend, und zahlreiche Frauenorganisationen, darunter der Zonta Club Ulm-Donau und die Soroptimistinnen in Ulm, haben sich mobilisiert, um auf diese brisante Thematik aufmerksam zu machen. Wie Ulm News berichtet, wird die Ulmer Straßenbahnbrücke bis zum 10. Dezember im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ in einem leuchtenden Orange illuminiert.

Diese Initiative zielt darauf ab, die Aufmerksamkeit auf das immer aktuelle Thema der häuslichen Gewalt zu lenken und eine breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren. In der Fußgängerzone informieren die Mitglieder der beiden Vereine Passanten über das Problem, das täglich Frauen betrifft. Und die Zahlen sind erschreckend: Laut Bundeskriminalamt waren 2024 über 187.000 Frauen von häuslicher Gewalt betroffen, ein Anstieg um 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Orange the World und die Bedeutung der Kampagne

Die Kampagne „Orange the World“ ist ein globales Signal gegen Gewalt und wurde 1991 vom Women’s Global Leadership Institute ins Leben gerufen. UN Women übernahm die Kampagne im Jahr 2008, und der Zeitraum vom 25. November bis 10. Dezember gilt als eine Phase des aktiven Handelns gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Zonta Clubs, die seit 2012 unter dem Motto „Zonta Says NO“ agieren, sind in dieser Hinsicht besonders aktiv und unterstützen lokale Projekte zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In Deutschland gibt es mittlerweile 136 Zonta Clubs und rund 4.000 Mitglieder, die sich für die Verbesserung der Frauenrechte einsetzen, wie die Seite der Zonta Union informiert.

In Schwäbisch Hall wurde zur Sensibilisierung orangene Luftballons verwendet, und eine orangefarbene Bank wurde aufgestellt, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Diese kreativen Aktionen sind Teil der „16 Days of Activism Against Gender Violence“, die weltweit durchgeführt werden.

Häusliche Gewalt in Deutschland

Die Realität häuslicher Gewalt ist erschreckend und betrifft Menschen aller sozialen Schichten und Altersgruppen, wie auch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf ihrer Webseite ausführlich beschreibt. Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben mindestens einmal physische oder sexualisierte Gewalt, und etwa jede vierte Frau wird von einem Partner körperlich oder sexualisiert angegriffen.

Insbesondere Frauen mit Behinderungen erleben Gewalt sogar bis zu dreimal häufiger als der Durchschnitt. Diese schockierenden Statistiken verdeutlichen die Dringlichkeit, nicht nur auf die Problematik aufmerksam zu machen, sondern auch effektive Hilfe und Unterstützung anzubieten. Der Appell geht an die Öffentlichkeit, Zeichen von Cybergewalt und weiteren Formen der Gewalt zu erkennen und zu handeln.

In den letzten Jahren sind auch digitale Gewalttaten angestiegen, und allein im Jahr 2023 wurden 17.193 weibliche Opfer von digitaler Gewalt registriert. Diese Art der Gewalt nutzt das Internet zur Einschüchterung und Kontrolle, was ein weiteres Beispiel dafür ist, wie vielschichtig das Thema Gewalt gegen Frauen ist.

Umso wichtiger sind die Initiativen von Organisationen wie Zonta und Soroptimist, die sich aktiv für mehr Aufklärung, Beratungsmöglichkeiten und sichere Fluchtwege für Frauen einsetzen. Ihre Forderungen beinhalten unter anderem einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Frauenhaus und mehr finanziell unterstützte Frauenhäuser.

Die orangefarbene Beleuchtung der Straßenbahnbrücke und die zahlreichen Aktionen in Städten wie Ulm und Schwäbisch Hall sind somit nicht nur symbolisch, sondern ein Aufruf zum Handeln und ein signalisiertes Zusammenstehen gegen Gewalt an Frauen. Es ist entscheidend, dass wir alle gemeinsam ein Zeichen setzen und gewaltfreies Leben für alle Frauen und Mädchen ermöglichen.