In den letzten Jahren gab es in der deutschen Politik immer wieder Schlagzeilen über Mitglieder und Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD), die durch ihr Verhalten und ihre Äußerungen in der Kritik stehen. Besonders die rechtsextremen Tendenzen innerhalb der Partei sind ein zentrales Thema, das nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch den Verfassungsschutz beschäftigt. Ein Blick auf verschiedene Vorfälle und die damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen verdeutlicht die Problematik.
Bernd Gögel, der von 2016 bis 2022 Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Baden-Württemberg war, steht im Fokus. Er wurde am 8. November 2022 vom Amtsgericht Pforzheim zu einer Geldstrafe von 27.300 Euro verurteilt, weil er Aushilfen nur Trinkgelder zahlte, ohne Sozialversicherungsbeiträge zu leisten. Nach seinem Widerspruch wurde er am 8. Dezember 2023 zu einer endgültigen Strafe von 8.000 Euro verurteilt. Aufgrund der Vorwürfe trat Gögel von seinem Amt zurück, behielt jedoch sein Mandat. Er hat angekündigt, bei der Landtagswahl 2026 nicht mehr anzutreten.
Rechtsextreme Vorfälle und Strafen
Ein weiterer Vorfall betrifft Philipp R., der im Februar 2022 zwei Bewohner einer Asylunterkunft mit einer Schreckschusswaffe bedrohte und einen Warnschuss abgab. Mit fast zwei Promille Alkohol im Blut wurde er am 22. Dezember 2022 vom Amtsgericht Tettnang zu einer Geldstrafe von 8.750 Euro verurteilt. R. war Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbands Bodenseekreis und wurde im September 2024 von der Bundestagsverwaltung wegen des Verdachts auf Missbrauch seines Hausausweises gesperrt. Im Oktober 2025 trat er schließlich von seinen Ämtern zurück und verließ die AfD.
André Rehm, ein Sprecher des AfD-Ortsverbands Singen, steht ebenfalls im Rampenlicht. Er griff im Juli 2023 einen 18-Jährigen an und drohte ihm mit dem Abstechen. Im Februar 2024 hielt er einem 16-Jährigen eine Reizstoffpistole an den Kopf. Das Amtsgericht Singen verurteilte ihn im März 2024 zu einer Haftstrafe von 11 Monaten ohne Bewährung, ein Urteil, das am 6. Juni 2025 vom Landgericht Konstanz bestätigt wurde. Nach der Verurteilung forderte der AfD-Kreisverband Konstanz seinen Rücktritt von allen Parteiämtern.
Einfluss auf die politische Landschaft
Weitere Vorfälle zeigen ein besorgniserregendes Muster innerhalb der AfD. Marcus Ottersberg wurde im April 2024 mit knapp 2 Promille Alkohol am Steuer erwischt und akzeptierte einen Strafbefehl von 4.500 Euro. Martin Kühne, der im Gemeinderat von Baden-Baden saß, wurde wegen des Schmierens eines Hakenkreuzes zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt und trat aus der Partei aus. Auch Dubravko Mandic ist nicht unbekannt; er wurde wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt, nachdem er 2019 einer Journalistin das Mobiltelefon entriss und einen Mann mit Reizgas angriff.
Diese Vorfälle sind nicht isoliert, sondern stehen im Kontext der Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als „gesichert rechtsextremistisch“. Die Grundlage dieser Einstufung ist ein internes Gutachten, das die extremistischen Tendenzen der Partei aufzeigt, wie die Missachtung der Menschenwürde und des Demokratieprinzips. Die AfD wird beschuldigt, bestimmte Bevölkerungsgruppen von der gesellschaftlichen Teilhabe auszuschließen, insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte aus muslimisch geprägten Ländern. Die Partei hat sich jedoch gegen diese Einstufung gewehrt und ein Klageverfahren eingeleitet.
Zukunftsausblick
Der Verfassungsschutz hat die öffentliche Einstufung der AfD vorerst ausgesetzt, doch die Diskussion um ein möglicherweise bevorstehendes Parteiverbotsverfahren könnte wieder aufgenommen werden. Die rechtlichen Auseinandersetzungen könnten sich über Jahre hinziehen, während die Partei weiterhin als größte Oppositionskraft im Bundestag agiert, nachdem sie bei der Bundestagswahl am 23. Februar 20,8 Prozent der Stimmen erhielt.
Die Geschehnisse rund um die AfD werfen Fragen über die Integrität und die Werte der deutschen politischen Landschaft auf. Die Vielzahl an Vorwürfen und Verurteilungen gegen Parteimitglieder könnte nicht nur die politische Zukunft der AfD, sondern auch das Vertrauen der Wähler in die Demokratie und ihre Institutionen nachhaltig beeinflussen. Die Entwicklungen in den kommenden Jahren werden entscheidend sein, um die Rolle der AfD und ihrer Mitglieder im Kontext des deutschen Rechtsextremismus zu verstehen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den ausführlichen Berichten von Kontext Wochenzeitung, Tagesschau und Deutschlandfunk.





