Das Kulturcafé Häring in Villingen-Schwenningen hat am vergangenen Samstag seine letzte Veranstaltung abgehalten. Rolf Klaiber, der das Café vor 15 Jahren ins Leben rief, begrüßte das Publikum mit gemischten Gefühlen: Trauer über das Ende und Freude über die große Besucherzahl. Laut Schwarzwälder Bote stellte Klaiber 2009 fest, dass es in der Region an einem Ort für Kleinkunst mangelte, und kreierte mit dem Kulturcafé einen Raum für Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Couleur.
Während der Veranstaltung trugen Daniel Knobelspies und Manfred Schall ein abwechslungsreiches Programm vor, das literarische Texte von Größen wie Heine, Fontane und Brecht sowie eine schmackhafte Mischung aus Volksliedern und amerikanischen Cowboysongs umfasste. Das Publikum wurde aktiv in ein Quiz zum Thema Wasser einbezogen und so entstand ein lebendiger Abend, der mit einer Zugabe und einem Glas Sekt ausklang, während Klaiber einige Anekdoten aus seiner Zeit als Impresario zum Besten gab.
Herausforderungen und schwindende Besucherzahlen
Trotz der schönen Erinnerungen musste Rolf Klaiber die Kulturreihe zum Jahresende 2025 einstellen. Der Südkurier berichtet, dass Klaiber in letzter Zeit häufig zusätzliche Stühle für seine Veranstaltungen heranschleppen musste, um den Besucheransturm zu bewältigen. In den letzten Monaten gab es jedoch immer wieder Abende mit nur wenigen Gästen, was die Entscheidung zur Schließung maßgeblich beeinflusste.
Die Herausforderungen, die die Kultur- und Kreativwirtschaft durch die COVID-19-Pandemie erlitten hat, sind nicht zu vernachlässigen. Laut Statista war der wirtschaftliche Schaden für die Kunst- und Kulturwirtschaft in Deutschland enorm: Selbstständige und kleine Unternehmen waren oft von hohen Umsatzrückgängen betroffen. Eine Umfrage ergab, dass viele Künstlerinnen und Künstler mit Existenzängsten kämpften und große Teile ihrer geplanten Vorhaben ersatzlos streichen mussten.
Ein Erbe der Kleinkunst
Das Kulturcafé Häring wird nicht nur als Veranstaltungsort für Kleinkunst fehlen, sondern auch als ein Ort, wo Menschen zusammenkamen, um Kunst zu erleben und sich auszutauschen. Rolf Klaiber hat mit seinem Engagement einen bedeutenden Beitrag für die lokale Kultur geleistet. Auch wenn der Vorhang nun fällt, bleiben die Erinnerungen und die Kunst, die hier gebloomt ist, im Gedächtnis vieler Menschen in Villingen-Schwenningen.