In der Stadt Köln gibt es eine besorgniserregende Entwicklung, die Familien mit schwerbehinderten Kindern stark belastet. Ein eindrucksvolles Beispiel ist das Schicksal von Hannes Bader, einem 20-jährigen jungen Mann, der aufgrund schwerwiegender Gesundheitsprobleme, darunter Tumoren im Gehirn, Autismus und Hemiparese (Halbseitenlähmung), auf ständige Betreuung angewiesen ist. Hannes kann weder sprechen noch selbstständig laufen, was das Leben seiner Familie enorm erschwert. Seine Mutter, Bianca Bader, äußert sich besorgt über die Sicherheit und die Betreuung ihres Sohnes, nachdem die Familie eine Absage von der OWB Sigmaringen für einen Platz in der Tagesförderstätte erhalten hat. Laut Schwäbische stehen die Bedürfnisse von Hannes im Mittelpunkt des Familienlebens, was besonders anstrengend ist, da sie ihn nur einmal pro Woche und an Wochenenden nach Hause holen können.
Die Herausforderungen im Alltag sind enorm. Hannes hat einen ständigen Drang nach Bewegung, was die Betreuung zusätzlich kompliziert macht. Außerdem hat er in der Vergangenheit schon extreme Sonnenbrände, Schädelhirntraumata und Schnittverletzungen erlitten. Bianca sucht daher dringend nach Unterstützung für Spaziergänge mit Hannes, um die Familie zu entlasten. Diese prekäre Lage bringt Bianca dazu, eine kleine Wohngemeinschaft für schwerbehinderte junge Erwachsene zu initiieren und appelliert an alle, die freien Wohnraum haben, darüber nachzudenken, ihn für diese Idee zur Verfügung zu stellen. Das Ziel ist klar: Hannes soll ein menschenwürdiges Leben in der Nähe seiner Familie führen können.
Arbeitsmarkt und Unterstützung für Schwerbehinderte
<pAber nicht nur im direkten familiären Umfeld ist die Situation herausfordernd. Laut einem Bericht von Tagesschau stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung im Jahr 2024 um sechs Prozent. Etwa 180.000 schwerbehinderte Menschen sind momentan ohne Beschäftigung. Trotz einer höheren Ausbildungsquote von 53 Prozent bei diesen Personen im Vergleich zu 44 Prozent der Gesamtarbeitslosigkeit, gelangen sie seltener in den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote unter Schwerbehinderten beträgt 11,6 Prozent – deutlich höher als die der Gesamtbevölkerung mit 7,3 Prozent.
Der Fachkräftemangel in vielen Berufen, bedingt unter anderem durch die Rente der Babyboomer-Generation, stellt nicht nur eine Herausforderung dar, sondern könnte auch eine Chance sein. Es scheint, als ob die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung eine Lösung für den Fachkräftemangel bieten könnten. Doch leider bestehen noch immer viele Mythen über die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, die dringend aufgeklärt werden müssen, um diese wertvolle Ressource für die Arbeitswelt zugänglich zu machen.
Die Geschichte von Hannes und den Berichten über die berufliche Lage von Schwerbehinderten stehen somit für eine größere Problematik in unserer Gesellschaft. Es braucht mehr Bewusstsein und Unterstützung, damit Menschen wie Hannes und andere, die auf Hilfe angewiesen sind, nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Eine inklusive Gesellschaft muss für alle erreichbar sein und könnte durch innovative Wohn- und Arbeitskonzepte gestärkt werden.