In Gammertingen sorgt eine aktuelle Entscheidung des Gemeinderats für Gesprächsstoff. Die Sanierung der Turnhalle des Gymnasiums wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Grund für diese Entscheidung ist die ungewisse Finanzierung des Projekts, da der Haushaltsplan noch nicht genehmigt ist. In der letzten Sitzung des Gemeinderats stellte das Ingenieurbüro „kpk Kerler und Partner Ingenieure mbB“ den aktuellen Sachstand vor. Günther Kerler, ein Vertreter des Ingenieurbüros, bezeichnete die Turnhalle als „besonderes Gebäude mit Investitionsrückstau“.

Die Dringlichkeit und Priorität der Sanierung wurden in der Diskussion hervorgehoben. Die Honorarkosten für die Fachplanerleistungen wurden auf circa 95.000 Euro beziffert, was einige Gemeinderäte, wie Gerhard Jaudas von der CDU, als zu hoch empfanden, insbesondere ohne klare Perspektive für das Projekt. Kämmerer Siegfried Hagg wies darauf hin, dass das Dach der Turnhalle undicht ist und schnelle Maßnahmen erforderlich sind. Wolfgang Lieb von „Gleiches Recht für Alle“ argumentierte, dass die Fachplanerleistungen notwendig seien, um eine seriöse Beurteilung der Situation zu ermöglichen. Sebastian Dieminger (CDU) kritisierte die unvollständigen Unterlagen zur Entscheidungsfindung, während Wolfgang Schreiber von der Grünen, SPD und den Unabhängigen Bürgern die Vertagung der Sitzungsvorlage wegen des fehlenden genehmigten Haushalts beantragte. Diesem Antrag wurde mit zehn zu sieben Stimmen stattgegeben (Quelle).

Förderung für die Schwimmhalle

Unterdessen gibt es positive Nachrichten für die Alb-Lauchert-Schwimmhalle in Gammertingen. Der Haushaltsausschuss des Bundes hat eine Förderzusage in Höhe von 1.225.500 Euro für die energetische Sanierung dieser Einrichtung beschlossen. Dr. Anja Reinalter, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Biberach und Betreuungsabgeordnete für den Wahlkreis Sigmaringen, äußerte sich erfreut über diese Förderzusage. Die Schwimmhalle ist eines von 66 Projekten, die in der aktuellen Förderrunde ausgewählt wurden. Der Bund unterstützt deutschlandweit Sanierungen von Sporthallen, Schwimmbädern, Jugend- und Kulturzentren mit insgesamt 200 Millionen Euro. Dieses Projekt trägt den Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ und zielt darauf ab, Klimaschutz zu fördern und wichtige kommunale Einrichtungen zu unterstützen (Quelle).

Ein Blick auf die Fördermöglichkeiten

Die aktuelle Situation rund um die Sporteinrichtungen in Gammertingen ist Teil eines größeren Programms des Bundes, das erstmals Fördermittel für die Sanierung kommunaler Sportstätten bereitstellt. Im Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität sind für den aktuellen Projektaufruf 333 Millionen Euro veranschlagt. Ziel des Programms ist es, Städten und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung von Sportstätten zu helfen. Bis zu einer Milliarde Euro sollen in dieser Legislaturperiode zur Verfügung gestellt werden, um alte Sportanlagen in moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Orte umzuwandeln. Fördermittel können auch für die energetische Sanierung von Sporthallen sowie Hallen- und Freibädern eingesetzt werden. Städte, Gemeinden und Landkreise, die Eigentümer der Einrichtungen sind, können bis zum 15. Januar 2026 Projektskizzen digital beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung einreichen (Quelle).

Die Diskussion um die Turnhalle sowie die positive Entwicklung der Schwimmhalle zeigen, wie wichtig eine klare Finanzplanung und die Unterstützung durch den Bund sind. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie sich die Sportinfrastruktur in Gammertingen weiterentwickelt.