In der heutigen Zeit stehen viele Familien vor großen Herausforderungen, besonders wenn es um die Pflege von schwerbehinderten Angehörigen geht. Ein besonders bedrückendes Beispiel ist die Situation von Hannes Bader, einem 20-jährigen jungen Mann aus Inzigkofen, der schwerbehindert ist und ständige Betreuung benötigt. Die Berichterstattung von Schwäbische führt uns in die Welt seiner Familie, die mit großen Herausforderungen kämpft.
Hannes kann weder sprechen noch selbstständig gehen und leidet unter schweren gesundheitlichen Problemen wie Tumoren im Gehirn, Autismus und Hemiparese, was die tägliche Betreuung sehr aufwendig macht. Seine Mutter, Bianca Bader, macht sich Sorgen um die Sicherheit und die adäquate Pflege ihres Sohnes. Immer wieder macht die Familie die schmerzhafte Erfahrung, dass Hannes während seiner Betreuung gefährdet ist – er hat in der Vergangenheit extreme Sonnenbrände, Schädelhirntraumata sowie Schnittverletzungen erlitten.
Die Herausforderungen bei der Betreuung
Die Familie holt Hannes einmal pro Woche und an den Wochenenden nach Hause – ein Unterfangen, das sowohl physisch als auch emotional sehr belastend ist. Bianca berichtet, dass ihr eigenes Leben, das ihrer Töchter und die Zeit, die der Familie zur Verfügung steht, stark eingeschränkt sind. Hannes hat einen unstillbaren Bewegungsdrang, was die Betreuung zusätzlich zur Herausforderung macht. Damit die Familie entlastet wird, sucht Bianca Unterstützung für Spaziergänge mit Hannes.
Ein weiteres großes Problem stellt die Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz dar. Zuletzt erhielt die Familie eine Absage von der OWB Sigmaringen. Bianca hat den Wunsch geäußert, eine kleine Wohngemeinschaft für schwerbehinderte junge Erwachsene in der Nähe zu gründen, um Hannes ein erfülltes und menschenwürdiges Leben ermöglichen zu können. Sie appelliert an Menschen mit freiem Wohnraum, über diese Möglichkeit nachzudenken.
Finanzielle Unterstützung und Rechte
In Deutschland stehen Menschen mit Behinderungen zahlreiche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Wie das Familienportal beschreibt, haben diese Menschen häufig mit zusätzlichen finanziellen und organisatorischen Aufwänden im Alltag zu kämpfen. Es gibt verschiedene Nachteilausgleiche, wie Steuerentlastungen und Vergünstigungen. Voraussetzung dafür ist oft ein Schwerbehindertenausweis, der ab einem Grad der Behinderung von mindestens 50 ausgestellt wird.
Für viele Familien stellt das Persönliche Budget eine mögliche Finanzierungsoption dar. Dieses ermöglicht Geldleistungen anstelle von Sachleistungen und kann eine größere Unabhängigkeit im Alltag bieten. Der Antrag kann bei verschiedenen Kostenträgern, wie der Krankenkasse oder dem Sozialamt, gestellt werden. Zudem haben Menschen mit Behinderungen das Recht auf Grundsicherung, wenn sie darüber hinaus Unterstützung benötigen.
Die Erfahrungen der Familie Bader spiegeln wider, wie schwierig es oft ist, die nötige Unterstützung zu organisieren und gleichzeitig ein menschenwürdiges Leben für ihre Angehörigen zu ermöglichen. Die gesellschaftliche Herausforderung, allen Menschen ein Leben in Würde und Sicherheit zu gewähren, bleibt auch in Köln und Umgebung ein wesentliches Thema.