In der letzten Woche fand an der Staatsoper Stuttgart ein Highlight für Opernfans statt: Die Premiere von Leoš Janáčeks „Die schlaue Füchsin“. Am 9. November 2025 wurde dieses Werk, das 1924 in Brünn uraufgeführt wurde, erstmals in Stuttgart aufgeführt. Die Oper setzt sich mit den Themen Natur und menschliche Beziehungen auseinander und bringt die rebellische Charakteristik des „Füchsleins“ in den Fokus, weshalb der Titel für die Aufführung in „Füchsin“ geändert wurde, wie onlinemerker.com berichtet.
Natürlich waren auch die kreativen Köpfe hinter der Inszenierung gefragt. Regisseur Stephan Kimmig und Choreograph Jonathan Reimann haben es verstanden, menschliche Züge in die tierischen Protagonisten zu integrieren. In Kombination mit einem Bühnenbild von Katja Haß, das einen universellen Raum zeigt, in dem die Natur als absterbender Wald im Hintergrund erscheint, wird die Trennung zwischen Mensch und Natur eindrucksvoll thematisiert.
Starke Leistungen der Darsteller
Ein besonderer Blickfang war die Darbietung von Claudia Muschio in der Titelrolle. Ihre schauspielerische Ausdruckskraft und vokale Flexibilität begeisterten das Publikum. Auch Pawel Konik als Förster überzeugt, indem er durch die Begegnung mit der Füchsin eine persönliche Läuterung erfährt. Moritz Kallenberg, als Lehrer, und Andrew Bogard, der als Pfarrer und Dachs auftritt, tragen zusätzlich zur emotionalen Tiefe der Geschichte bei, während Olivia Johnson in der Rolle der Förstersfrau ebenfalls positive Kritiken einheimste.
Der Schlussjubel galt nicht nur den Hauptdarstellern, sondern dem gesamten Ensemble sowie dem Regieteam. Die musikalische Leitung von Dirigentin Ariane Matiakh sorgte für einen lebendigen Klang, der jedoch in der darstellerischen Ausarbeitung der leisen, natürlichen Elemente etwas hinterherhinkte.
Ein umstrittenes Element
Ein kleiner Knackpunkt war der vorangestellte Comic-Rap, der im Nachhinein als überflüssig empfunden wurde. Dies zeigt, dass nicht alles bei der Premiere reibungslos verlief. Dennoch hat die Aufführung großes Potenzial gezeigt und lässt die Zuschauer auf weitere Aufführungen hoffen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass „Die schlaue Füchsin“ in Stuttgart ein weiterer Schritt zur Wiederbelebung klassischer Opernwerke mit frischen Ansätzen ist, die das Publikum zum Nachdenken anregen.