Heute ist der 9. Februar 2026, und Stuttgart steht vor einem bedeutenden Schritt in der Verkehrsinfrastruktur: Die Vorarbeiten für den Pfaffensteigtunnel haben begonnen. Dieses Projekt ist ein zentraler Bestandteil der internationalen Bahnverbindung Stuttgart–Zürich und verspricht, die Reisezeiten erheblich zu verkürzen. Dank einer kürzlich geschlossenen Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn kann die Deutsche Bahn nun mit den vorbereitenden Arbeiten im Norden des Flughafens Stuttgart und der Autobahn A8 beginnen. Die Baugenehmigung für den Großteil des Projekts wurde bereits im Dezember 2025 vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erteilt.

Die Vorbereitungen umfassen die Abtragung von Ober- und Unterboden auf rund drei Hektar, die Herstellung von Zufahrten zur Baustelle sowie die Vorbereitung für den Bau einer Lärmschutzwand. Darüber hinaus kommen Großbohrgeräte zum Einsatz, und es wird ein geplanter Startschacht für die maschinellen Tunnelvortriebe eingerichtet. Zwei Tunnelvortriebsmaschinen werden für den Bau der beiden Röhren eingesetzt, was das Projekt noch effizienter macht. Wichtig zu beachten ist auch die Sperrung von Wirtschaftswegen südlich der Echterdinger Straße und nordöstlich der Landesstraße L 1192, für die Umleitungen ausgeschildert sind.

Details zum Pfaffensteigtunnel

Der Pfaffensteigtunnel ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch eine der zentralen Maßnahmen im Rahmen von Stuttgart 21 und Bestandteil des Deutschlandtakts. Der Tunnel wird östlich vom Haltepunkt Goldberg von der Bahnstrecke Stuttgart–Horb abzweigen und in West-Ost-Richtung zwischen Oberaichen und Musberg verlaufen. Die Trasse ist etwa einen Kilometer kürzer als die vorherige Planung über die Rohrer Kurve und Leinfelden, was zu einem stabileren Betrieb und kürzeren Fahrzeiten führen wird.

Mit einer Länge von rund 11 Kilometern wird der Pfaffensteigtunnel den Landrückentunnel als längsten Eisenbahntunnel Deutschlands ablösen. Die Südröhre wird etwa 11,1 km und die nördliche Röhre etwa 11,3 km lang sein. Der Tunnel wird Nah- und Fernverkehr vom S-Bahn-Verkehr trennen und damit den Reisenden eine verbesserte Umsteigeverbindung zu den Zügen in Richtung Ulm und München bieten. Zudem wird die Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten verkürzt, während sich die Zeit zwischen Böblingen und dem Flughafen von 22 auf etwa 7 Minuten reduzieren wird.

Chronologie und Ausblick

Die Chronologie des Projekts ist beeindruckend. Die Vorplanung begann bereits im Oktober 2021, und die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH wurde mit der Planung beauftragt. Der Bau wird auf rund sechs Jahre geschätzt, mit dem Baubeginn für 2026 und der Inbetriebnahme für Ende 2032. Um den notwendigen Platz für den Tunnel zu schaffen, sind 23 Verbindungsbauwerke zwischen den beiden Tunnelröhren vorgesehen, und eine Rettungszufahrt mit Rettungsplatz ist im Bogen nach dem Bahnhof eingeplant.

Insgesamt ist der Pfaffensteigtunnel ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das nicht nur die Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich verbessert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende in der Region leistet. Weitere Informationen zu den Fortschritten und Details finden Sie in der Pressemitteilung der Deutschen Bahn und auf der Wikipedia-Seite zum Pfaffensteigtunnel.