Die Kunstszene in Deutschland bereitet sich auf ein ganz besonderes Ereignis vor: Ron Wood, der weltberühmte Musiker und Maler der Rolling Stones, wird im Herbst seine erste Ausstellung in Deutschland im Neuen Kunstmuseum Tübingen präsentieren. Ab Donnerstag war Wood bereits vor Ort, um die Stadt zu erkunden und seine Vorfreude auf die kommende Ausstellung zu zeigen. Bei einem Spaziergang durch Tübingen nutzte er die Gelegenheit, einige Notizen und Skizzen anzufertigen.

Die Ausstellung verspricht einiges zu bieten: Rund 60 Werke von Wood werden ausgestellt, darunter zahlreiche Porträts, Erinnerungsstücke und Bilder von bekannten Persönlichkeiten wie Eric Clapton. Auch Neuinterpretationen klassischer Kunstwerke, darunter Rembrandts Meisterwerke, finden ihren Platz in dieser umfassenden Sammlung.

Ein Blick in Woods kreativen Prozess

Zusätzlich zu den Kunstwerken wird die Ausstellung ein Nachbau von Woods Atelier beinhalten, was den Besuchern einen tiefen Einblick in den kreativen Schaffensprozess des Künstlers geben soll. Diese Möglichkeit wurde durch einen Kontakt des Sohnes des Museumsdirektors Bernhard Feil mit Woods Management in London ermöglicht, was einmal mehr zeigt, wieetze Zufälle Kunst und Kultur zusammenbringen können.

Ron Wood hat eine lange, kreative Laufbahn hinter sich. Schon in seiner Kindheit begann er mit dem Malen und gewann einen Kunstwettbewerb der BBC. Sein Weg führte ihn an das Ealing Art College in London, wo er seine künstlerischen Fähigkeiten weiter verfeinerte. Bis heute hat Wood seine Werke in namhaften Städten wie New York, Las Vegas, Tokio und São Paulo ausgestellt und ist bekannt für seine enge Verbindung zwischen Musik und visueller Kunst.

Ein Jubiläum und neue Projekte

2023 war ein besonderes Jahr für Wood, denn er feierte sein 50-jähriges Jubiläum als offizielles Mitglied der Rolling Stones. Während die Band eine kreative Pause einlegte, um mit Produzent Andrew Watt an einem Nachfolger zu ihrem letzten Album „Hackney Diamonds“ zu arbeiten, schuf Wood eine Serie von Porträts seiner Bandkollegen, die unter dem Titel „Paint It Black“ bekannt ist. Diese Kunstwerke sind nicht nur auf seiner Website, sondern auch in der Redhouse Originals Gallery in Harrogate erhältlich.

Mit seinen Porträts versucht Wood, die Energie und Emotionen seiner Bandmitglieder festzuhalten. Besonders die Schaffung des Porträts von Charlie Watts, der im August 2021 verstorben ist, beschreibt Wood als emotional überwältigend. Die enge Beziehung zwischen den beiden und Watts’ Ermutigung an die Band, weiterhin zu touren, spiegelt sich auch in Woods Kunst wider.

Apropos Tour: Gerüchte über eine mögliche Europatour im Sommer 2026 machen bereits die Runde. Wood, der 1975 zu den Rolling Stones stieß und diesen Schritt als „nach Hause kommen“ beschreibt, wird voraussichtlich an dieser Tour teilnehmen – und das wäre sein 51. Jahr als Mitglied der Band. Besondere Vorfreude blüht auf, wenn man bedenkt, dass die Band bereits fast 30 neue Songs für das kommende Album geschrieben hat.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Tübingen verspricht also nicht nur eine einzigartige Sammlung von Kunstwerken, sondern auch einen tiefen Einblick in die Welt eines Musikers und Künstlers, der seit fünf Jahrzehnten die Bühnen und Kunstwelt prägt. Und das ist eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.