In der Hinteren Gasse in Denkingen, einem beschaulichen Ort, wird bald eine bauliche Zäsur vollzogen. Dort wird ein stark vernachlässigtes Gebäude abgerissen, das einst ein zweistöckiges Wohnhaus mit Stall, Scheune und Werkstatt beherbergte. Der Abriss steht kurz bevor, nachdem das Gebäude bereits komplett entkernt wurde. Ein Unternehmen aus einer benachbarten Kreisgemeinde hat das Areal samt Grundstück erworben, doch was danach kommt, bleibt derzeit noch unklar. Die Firma hat sich bislang nicht zu zukünftigen Plänen geäußert, wie die lokalen Medien, wie Schwäbische, berichten.
Barbara Otto, die Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, erinnert sich an die bewegte Vergangenheit des Ortes. Vor 133 Jahren wurde ein Brand gelöscht, der sechs Gebäude in der Hinteren Gasse zerstörte. Leo Maier, der damalige Hausherr, errichtete an deren Stelle ein neues Gebäude, das für viele ein bedeutendes Zeugnis der Sozialgeschichte des Jahres 1890 darstellt. Maier war 1906 zum Schultheiß ernannt worden und hatte die Verantwortung, Vorgaben im Ort durchzusetzen.
Zukunft des Geländes?
Die Gemeinde prüft aktuell die Denkmalschutzbelange für das Grundstück, das eine Fläche von 932 Quadratmetern umfasst. Bisher liegt noch kein Bauantrag vor. Es gibt Überlegungen, auf dem Gelände eine gemeinwohlorientierte Einrichtung zu errichten, jedoch wurde die Idee, dort einen Teil des Kindergartens anzusiedeln, wieder verworfen. In Zukunft soll der Fokus auf dem katholischen Kindergarten St. Paul in der Ortsmitte liegen.
Eine spannende Zeit für Denkingen steht an. Die Abrissarbeiten eröffnen nicht nur einen Raum für neue Möglichkeiten, sondern werfen auch Fragen über die künftige Nutzung des Geländes auf. Die Dorfgemeinschaft wird mit Spannung beobachten, welche Pläne das Unternehmen schmiedet und welche Impulse dadurch für die Ortsentwicklung entstehen könnten.