Der Bahnhof in Tuttlingen hat eine facettenreiche Verwandlung durchgemacht, die sowohl moderne Architektur als auch nachhaltige Stadtentwicklung in den Fokus rückt. Der denkmalgeschützte Bahnhof, der oft als ästhetisch schlicht und heruntergekommen beschrieben wird, wird nun von einem neu eröffneten Busbahnhof namens „Donauwelle“ ergänzt. Dies stellt nicht nur einen Gewinn für die Mobilität dar, sondern verleiht der Stadt auch ein neues Gesicht.

Das markante Dach des Busbahnhofs besticht durch seine geschwungene Form, die an einen dynamischen Pinselstrich erinnert. Hergestellt aus einer Kombination von Holz und Stahl, wurde das Dach mit rund 9.400 Holzlamellen in sanften, erdigen Farbtönen versehen, die dem Besuchern einen reliefartigen Charakter bieten. „Die Farbwahl orientiert sich an den Tönen des Waldes“, erzählt Architekt Helmut Hagmüller, der zusammen mit dem Team von schaudt architekten aus Konstanz an diesem Projekt arbeitet, das für ortsbildprägende Bauten bekannt ist. Die anspruchsvolle Konstruktion erforderte die Verwendung von etwa 48.000 Schrauben, um die 1.025 Quadratmeter große Fläche stabil zu verankern.

Stadtentwicklung und Verkehrsanbindung

Im Zuge der Neugestaltung wurde der Busbahnhof mit insgesamt neun Bushaltestellen ausgestattet, die auf die besonderen Anforderungen der Stoßzeiten optimiert sind. Dies ist Teil eines größeren Projekts zur Schaffung eines multimodalen Verkehrsknotenpunkts, der Umstiegsmöglichkeiten zwischen Zug und Bus, zwischen Zug und Zug sowie zwischen Auto und Fahrrad ermöglicht. Die Angebote in der Umgebung des Bahnhofsvorplatzes sollen den verschiedenen Mobilitätsformen gerecht werden und die Aufenthaltsqualität durch neue Grünflächen und Bäume erhöhen.

Ein bedeutender Aspekt der Planung war auch, dass der Bahnhofsvorplatz für den Individualverkehr gesperrt wird. Künftige „Kiss & Ride“-Stellplätze werden in der nahegelegenen Eisenbahnstraße eingerichtet, die zudem über Behindertenstellplätze und E-Car-Ladestationen verfügen wird. So wird nicht nur der Zugang zum Bahnhof verbessert, sondern auch die Stadt selbst grüner. Provisorisch in Betrieb genommen seit Dezember 2023, sind die Hauptarbeiten im Februar 2024 gestartet, mit dem Ziel, alles bis Oktober 2025 abzuschließen.

Kosten und Herausforderungen

Die Stadt Tuttlingen hat stolze 15,4 Millionen Euro in den Bau des neuen Busbahnhofs investiert. Diese Summe hat bereits zu Diskussionen über die Kosten geführt, doch die Planungen blieben im Zeit- und Finanzrahmen. Der Busbahnhof wird nicht nur als tatsächliches Verkehrszentrum gesehen, sondern auch als potenzielles Wahrzeichen der Stadt. Zusätzlich wurde im letzten Jahr die Personenunterführung in Richtung Donau, auch als Bahnhofsdurchbruch bekannt, geöffnet – ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Mobilität und Erreichbarkeit.

Der gesamte Umbau des Bahnhofs und die Schaffung des neuen Busbahnhofs verdeutlicht, wie wichtig es ist, moderne Mobilität nachhaltig und benutzerfreundlich zu gestalten. Das Team, bestehend aus rund 100 Mitarbeitenden der Architektur- und Immobilienexpertise, stellt sicher, dass Reisende und Anwohner gleichermaßen von diesen Entwicklungen profitieren.

Insgesamt zeigt dieses Projekt, dass Tuttlingen auf dem richtigen Weg ist, um einen attraktiven und funktionalen Lebensraum zu schaffen, der sowohl für die Bürger:innen als auch für Besucher von großer Bedeutung ist. Während die Arbeiten fortschreiten, bleibt die Stadt ein Schlüsselakteur in der Entwicklung moderner Bahnhöfe und der entsprechenden Infrastruktur.

Für weitere Informationen siehe auch Schwäbische.de, Tuttlingen.de und DB InfraGO.