Im Lindauer Stadtrat wird Geschichte geschrieben: Ein jahrelanger Streit um das Eichwaldquartier am Bodensee findet ein überraschendes Ende. Mit einem einstimmigen Beschluss wurde ein Kompromiss verabschiedet, der die Interessen von Kleingärtnern, Naturschützern und der Stadtverwaltung berücksichtigt. Dies belegt schwaebische.de, und der Schritt gilt als wegweisend für die städtebauliche Entwicklung in der Region.

Ein zentrales Anliegen des Kompromisses ist die anstehende Entwicklung des Gebiets hinter der Therme, wo sich aktuell ein Parkplatz und rund 100 Schrebergärten befinden. Die Pläne umfassen unter anderem eine Eishalle, eine Kletterhalle, ein Hotel sowie Wohnungen und ein Parkhaus. Allerdings müssen die Schrebergärten versetzt und verkleinert werden, was auf Widerstand bei den Gärtnern stößt, die in einem Bürgerentscheid von 2017 die Zusicherung erhielten, ihre Gärten seien sicher.

Gemeinsame Vision für die Zukunft

Der entscheidende Kompromiss wurde am 26. November 2025 vorgestellt und harmonisiert Stadtentwicklung, Naturschutz sowie die Belange der Kleingärtner. nag-bayern.de hebt hervor, dass ein hochwertiger Biotopverbund für Flora und Fauna geschaffen werden soll. Zentrale Kleingartenflächen von über 10.000 Quadratmetern werden eingerichtet, um den sozialen Verbund innerhalb der Gärtnergemeinschaft zu stärken.

Die Entwicklung orientiert sich an den Prinzipien des Flächennutzungsplans, der eine Ausweisung des Areals als Dauerkleingartenlandschaft vorsieht. So haben die Kleingärtner Planungssicherheit, auch wenn im Hintergrund rechtliche Herausforderungen bestehen: Der BUND Naturschutz hat eine Klage gegen den Bebauungsplan vor dem Verwaltungsgericht anhängig. Bei den bisherigen Diskussionen im Stadtrat wurde von einigen Mitgliedern die Größe der Kleingärten und die Einbeziehung der Vereine als kritisch angesehen.

Ein neues Gremium für mehr Transparenz

Um den Prozess transparent zu gestalten, wird ein Begleitgremium eingerichtet, das Vertreter aus Stadtverwaltung, Stadtrat, den Kleingärtnern, Naturschützern und dem Vorhabenträger Andreas Schauer einbezieht. Das Gremium wird voraussichtlich im Mai 2026 seine Arbeit zur Vorbereitung des städtebaulichen Wettbewerbs aufnehmen. Hierbei sollen auch Freiräume, wie Spielplätze, in den Planungen berücksichtigt werden.

Diese zukunftsorientierte Initiative kommt nicht nur der Stadtentwicklung zugute, sondern beantwortet auch die wachsenden Anforderungen an Grünflächen in urbanen Gebieten. Der Zusammenhang zwischen dem Lindauer Kompromiss und ähnlichen Entwicklungen wird deutlich, wenn man bedenkt, dass auch in Berlin über 71.000 Kleingärten Teil des Stadtgrüns sind und als wertvolle Ressource angesehen werden. Hier hat man seit 2004 einen Kleingartenentwicklungsplan verfolgt, um die Vielfältigkeit und den Erhalt der Gärten zu sichern, wie berlin.de verdeutlicht.

Die Zustimmung zum Kompromiss wurde mit Applaus im Ratssaal angenommen. Damit zeigen die Lindauer, dass man gemeinsam viel erreichen kann – auch wenn die Wege dorthin manchmal steinig sind. Ein Schritt in eine grünere und lebendigere Zukunft für die Stadt Lindau!