Am Universitätsklinikum Ulm gibt es ab April 2026 ein neues, wertvolles Angebot für Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle (KBS) Ulm erweitert ihr Programm mit einer fortlaufenden psychoonkologischen Gruppentherapie. Dieses Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten in allen Phasen ihrer Erkrankung, solange sie keine ambulante Psychotherapie in Anspruch nehmen. Krebserkrankungen bringen sowohl körperliche als auch seelische Herausforderungen mit sich, und die Gruppentherapie bietet einen geschützten und strukturierten Rahmen, um sich mit existenziellen Themen auseinanderzusetzen.
Das Ziel der Gruppentherapie ist es, die emotionale Stabilität der Teilnehmenden zu fördern, existenzielle Belastungen zu vermindern und die Lebensqualität zu stärken. Die Therapie umfasst 14 Termine, die von April bis Dezember 2026 jeden Donnerstag von 17:45 bis 19:30 Uhr stattfinden. Veranstaltungsort ist die KBS Ulm, Kornhausgasse 9 (3. OG). Die Kostenübernahme erfolgt für gesetzlich Versicherte mit einer Überweisung zur Psychoonkologie, während privat Versicherte vorab die Kostenübernahme klären müssen. Interessierte können sich für die Teilnahme auf eine Warteliste setzen lassen. Anmeldungen und Informationen sind über das Sekretariat der Konsiliar- & Liaisonpsychosomatik unter der Telefonnummer 0731 500-61881 (Mo–Fr, 9–12 Uhr) oder per E-Mail an verena.glueck@uniklinik-ulm.de möglich. Weitere Details zu diesem Angebot sind auch auf der Webseite der Uniklinik Ulm zu finden.
Psychoonkologische Versorgung in Deutschland
Die Bedeutung der psychoonkologischen Versorgung wird in Deutschland zunehmend erkannt. Zahlreiche Projekte und Förderungen sind in den letzten Jahren ins Leben gerufen worden, um den Unterstützungsbedarf von Krebspatienten und deren Angehörigen zu analysieren und zu verbessern. So stellte beispielsweise die Charité – Universitätsmedizin Berlin im Rahmen des Projektes „Längsschnittanalyse des psychoonkologischen Unterstützungsbedarfs“ Mittel in Höhe von 159.390 Euro bereit. Ähnliche Projekte wurden auch an anderen Universitäten, wie dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden und der Medizinischen Hochschule Hannover, durchgeführt, wobei Fördersummen von bis zu 297.560 Euro zur Verfügung standen.
Ein weiteres Beispiel ist das Projekt an der Universitätsmedizin Mainz, das sich speziell mit der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten mit Migrationshintergrund beschäftigt. Hier wurden Mittel in Höhe von 359.639 Euro bereitgestellt, um eine Mixed-Methods-Studie durchzuführen, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe eingeht. Diese Initiativen zeigen, wie wichtig es ist, psychoonkologische Angebote zu diversifizieren und an die jeweilige Lebenssituation der Betroffenen anzupassen. Weitere Informationen zu diesen Projekten finden Sie auf der Webseite der Deutschen Krebshilfe.
Rückkehr ins Leben nach Krebs
Eine Krebserkrankung verändert das Leben der Betroffenen erheblich. Neben den gesundheitlichen Herausforderungen müssen sie häufig auch mit krankheitsbezogenen Ängsten, Veränderungen in sozialen Beziehungen und finanziellen Einbußen umgehen. Die Rückkehr in den Beruf kann ebenfalls zur Herausforderung werden. Hier bieten zahlreiche Landeskrebsgesellschaften in Deutschland Unterstützung an. In über 150 Krebsberatungsstellen werden sozialrechtliche und psychoonkologische Fragen behandelt, und es gibt Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen.
Sport und Bewegung spielen eine entscheidende Rolle, um nach der Therapie wieder in den Alltag zurückzufinden. Online-Kurse zur Existenzsicherung, Rehabilitation und Wiedereinstieg in den Beruf nach Krebs werden ebenfalls angeboten. Veranstaltungen wie die German Cancer Survivors Week 2025 und der Krebsaktionstag 2026 im CityCube Berlin bieten zusätzliche Informationsmöglichkeiten. Anlaufstellen und Unterstützung sind unter anderem über die Deutsche Krebsstiftung zu finden, die umfassende Beratungsangebote bereitstellt.