In Ulm und Neu-Ulm stehen die Fahrgäste am Dienstag, dem 14. April, vor einem ungemütlichen Nahverkehrstag. Grund dafür sind die Warnstreiks, die von der Gewerkschaft ver.di organisiert wurden. Rund 170 Fahrerinnen und Fahrer der SWU Mobil GmbH haben zu einem zweitägigen Streik aufgerufen, was für einige Linien Einschränkungen bedeutet. Besonders betroffen sind die SWU-Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 sowie die E-Linie. Auf den Linien 11 und 15 könnten am Morgen vereinzelt Busse ausfallen, während die anderen Linien, die von Subunternehmen betrieben werden, planmäßig verkehren sollen. Für die Straßenbahnen wurde ein Mindestangebot festgelegt, jedoch könnten kurzfristige Änderungen aufgrund von Krankheitsfällen auftreten, wie SWR Aktuell berichtet.
Die Gewerkschaft ver.di hat klare Forderungen. Sie verlangt eine Angleichung der Gehälter, darunter eine Fahrdienstzulage über 13%, einen Nahverkehrszuschlag von 5% und eine Lehrfahrerzulage von 10 Euro. Diese Forderungen stehen im Mittelpunkt der derzeitigen Verhandlungsrunde, die am Donnerstag fortgeführt wird. Währenddessen üben die Stadtwerke Ulm Kritik an der Gewerkschaft und halten die Ansprüche für unrealistisch. Dabei verweisen sie auf ein gebrochenes Versprechen, den Schulverkehr nicht zu beeinträchtigen, genauso wie SWR Aktuell darstellt.
Weitere Tarifkonflikte in Deutschland
Doch nicht nur in Ulm gibt es Unruhe im öffentlichen Nahverkehr. Auch in Hamburg ist die Situation angespannt. Die Tarifverhandlungen bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein GmbH (VHH) und der Hamburger Hochbahn AG sind festgefahren, wie ver.di Hamburg meldet. Ein 24-stündiger Warnstreik ist dort für den 21. März angekündigt, und die Gewerkschaft macht den Hamburger Senat für die gescheiterte Verhandlung verantwortlich.
Die Beschäftigten fordern eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden, während die Arbeitgeberseite nur eine Reduktion auf 38,5 Stunden ab dem Fahrplanwechsel 2028/29 in Aussicht stellt. Zudem plant die VHH die Verlängerung der erlaubten Schichtzeiten und eine Erhöhung der unbezahlten Pausenzeiten. Der Druck auf die Arbeitgeber wächst, denn die steigenden Benzinpreise machen die Wichtigkeit eines starken ÖPNV nochmals deutlicher. Wie es scheint, sind die Fronten verhärtet, und beide Seiten stehen unter Druck, schnell Lösungen zu finden.
Fahrgäste in Ulm und Hamburg sind gleichermaßen aufgefordert, sich über aktuelle Entwicklungen auf den Webseiten der jeweiligen Verkehrsunternehmen zu informieren, um sich auf mögliche Fahrplanänderungen einzustellen. Die kommenden Tage könnten den entscheidenden Verlauf der Gespräche prägen und die Weichen für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs stellen.