Am 8. Februar 2026 gibt es in Japan bedeutende politische Entwicklungen zu berichten. Die neue Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat bei der letzten Unterhauswahl einen klaren Sieg errungen. Ihre Partei, die Liberaldemokratische Partei (LDP), hat die Mehrheit in der Parlamentskammer zurückerobert. Diese Rückkehr zur Macht ist besonders bemerkenswert, da die LDP seit 1955 fast ununterbrochen regiert hat, jedoch aufgrund von Skandalen bei vorherigen Wahlen an Zustimmung verloren hatte. Takaichi wurde Ende Oktober als erste Frau an die Spitze der Regierung gewählt und genießt hohe Umfragewerte. Ihre Entscheidung, die Wahl kurzfristig einzuberufen, kam für die Opposition überraschend (Schwarzwaelder Bote).

In der aktuellen politischen Landschaft Japans wird Takaichi als ultrakonservativ beschrieben, obwohl sie eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung genießt. Etwa zwei Drittel der Wahlberechtigten unterstützen sie, was im Vergleich zu ihren Vorgängern bemerkenswert ist, die oft niedrigere Zustimmungswerte hatten. Ihre Handtasche und ihr Stil finden große Beachtung in den Medien, und sie hat sich bereits kurz nach ihrem Amtsantritt den Wählern präsentiert. Ein besonders interessanter Aspekt ist, dass in diesem Winter eine Wahl stattfindet, was in Japan seit 36 Jahren nicht mehr der Fall war. Im Norden des Landes sind viele Ortschaften aufgrund von starkem Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten, was die Wahlbedingungen zusätzlich erschwert (Tagesschau).

Ein Blick auf Takaichis Werdegang

Sanae Takaichi wurde 1961 in der Präfektur Nara geboren und wuchs in einer Familie auf, in der ihr Vater in der Autoindustrie arbeitete und ihre Mutter bei der Polizei tätig war. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität Kōbe und einem Jahr in den USA trat sie 1996 der LDP bei und gewann 1993 ihren ersten Sitz im Unterhaus. Diese lange politische Karriere hat sie in verschiedenen Positionen, zuletzt als Ministerin für besondere Aufgaben unter Ex-Premier Kishida, geprägt. Ihr Aufstieg zur Vorsitzenden der LDP wird als Wendepunkt in der japanischen Politik angesehen, obwohl die Reaktion in Japan selbst verhaltener ausfiel. Sie betont in ihren ersten Auftritten Verantwortung und Pflicht, weniger Geschlechterfragen, und wird als Personifikation von Sicherheit beschrieben, die modern in der Form, aber konservativ im Kern ist (Japan Digest).

Eine der Herausforderungen, vor denen Takaichi steht, ist die Notwendigkeit einer klaren Reformagenda. Bisher hat sie keine neuen Lösungen gegen Währungs- und Inflationsprobleme präsentiert und lehnt eine Modernisierung des Namensrechts ab. In gesellschaftlichen Fragen vertritt sie eher traditionelle Positionen, indem sie beispielsweise gleichgeschlechtliche Ehen und getrennte Familiennamen ablehnt. Ihre Äußerungen über die Sicherheitspolitik, insbesondere in Bezug auf China und Taiwan, haben zu wütenden Reaktionen und Strafmaßnahmen aus Peking geführt, fanden jedoch in Japan Zustimmung.

Ausblick auf die Zukunft

Wie sich Takaichis politische Karriere weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Am 21. Oktober 2025 wird das Parlament entscheiden, ob sie Premierministerin bleibt. Ihre Botschaft „Für ein starkes Japan“ könnte sich als Leitmotiv für ihre Regierungszeit erweisen, während Japan zunehmend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen ist, um den Wohlstand zu sichern. Mit einem wachsenden internationalen Fokus und einer komplizierten innenpolitischen Situation wird Takaichi gefordert sein, die Erwartungen zu erfüllen und die Herausforderungen zu meistern, die mit ihrer historischen Wahl zur ersten Ministerpräsidentin Japans einhergehen.