Der Weihnachtsmarkt in Frommern hat in diesem Jahr ein ganz besonderes Augenmerk auf die oft verpönten „Listenhunde“ gelegt. Organisiert von einem engagierten Verein, der sich der Rettung und Vermittlung von Hunden in Not widmet, steht das Wohl der Vierbeiner dabei an erster Stelle. Die Vorsitzende Rosi Murrweiss betont, dass neben der Vermittlung auch Training und die Vorbereitung auf Wesenstests für die Halter angeboten werden. So soll sichergestellt werden, dass die Hunde optimale Chancen auf ein liebevolles Zuhause erhalten.
Hunde leben in Pflegefamilien oder Pensionen, bis sie die passenden Menschen finden. Murrweiss kritisiert die strengen Auflagen für die Haltung dieser Hunde, da sie oft als potenziell gefährlich eingestuft werden. In der öffentlichen Wahrnehmung sind Kampfhunde oder Listenhunde wie American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier häufig mit Vorurteilen behaftet. Oft wird die Meinung vertreten, dass sie von Natur aus aggressiv seien – ein Standpunkt, der in der Realität das Verständnis für die Tiere erheblich einschränkt. In vielen Bundesländern ist die Haltung bestimmter Rassen oder deren Mischlinge sogar verboten, was nicht nur die Hunde, sondern auch ihre Halter vor große Herausforderungen stellt.
Ein Umdenken ist gefragt
Die pauschale Einstufung bestimmter Rassen als gefährlich wird von verschiedenen Seiten abgelehnt. So wird gefordert, die Gefährlichkeit eines Hundes individuell zu beurteilen. Das liegt vor allem daran, dass der Umgang mit Hunden stark von der Erziehung und der Verantwortung ihrer Halter abhängt. Die Organisation Maulkorbhelden hebt hervor, dass eine gute Hundeerziehung und Sozialisation entscheidend sind, um Vorurteile abzubauen und ein positives Bild von Listenhunden zu schaffen. Halter müssen sich über rechtliche Anforderungen informieren und einen Hundeführerschein sowie einen Sachkundenachweis besitzen, um ihren Hund artgerecht halten zu können.
Besondere Aufmerksamkeit ist zudem notwendig, wenn es um die Erziehung dieser Rassen geht. Positive Verstärkung und ein liebevoller Umgang sind hier wichtig, damit die Tiere gut integriert werden können. Regelmäßige Tierarztbesuche, gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung tragen entscheidend zum Wohlbefinden der Hunde bei. Das ist unabdingbar, um ein harmonisches Leben zusammen zu ermöglichen und die geforderte Anpassung an die Gesellschaft zu fördern.
Schritte in die richtige Richtung
Das Engagement des Vereins in Frommern ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die frühere Praxis, durch Demonstrationen auf das Tierwohl aufmerksam zu machen, wurde zwar eingestellt, doch die Sensibilisierung für die Bedürfnisse der Hunde ist nach wie vor ein zentraler Punkt. Murrweiss und ihre Mitarbeiter sind überzeugt, dass mit mehr Verständnis und Aufklärung die Akzeptanz solcher Hunderassen erhöht werden kann. Schließlich sollte das Wohl der Tiere über die Angst der Menschen stehen.
Wir können also nur hoffen, dass Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt in Frommern mehr Menschen erreichen und diese dazu animieren, sich für ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Hund einzusetzen. Wie Murrweiss eindrücklich feststellt: „Die potenzielle Gefährlichkeit eines Hundes ist nicht rasseabhängig, sondern hängt immer vom jeweiligen Einzelfall ab“ – ein Gedanke, den es wert ist, verbreitet zu werden.
Weitere Informationen und Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in den Beiträgen von Schwarzälder Bote, Tierschutzbund und Maulkorbhelden.