Der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist nach einem Suizidversuch am 7. Juli 2025 wieder zurück im Geschäft. Laut Merkur hat der 83-Jährige vor etwa drei Wochen das Krankenhaus verlassen und freut sich nun, seine Mitarbeiter in Burladingen, Baden-Württemberg, wiederzusehen. Grupp, der an Altersdepressionen leidet, erklärt in einem offenen Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter, dass er sich oft fragt, ob er noch gebraucht werde – Gedanken, die ihn zu seinem Suizidversuch führten.

In diesem Brief thematisiert er nicht nur seine Erkrankung, sondern drückt auch seine Dankbarkeit gegenüber Ärzten und Pflegekräften aus. Es ist klar, dass er seine Entscheidung, Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch als Appell versteht: Er möchte andere Betroffene dazu ermuntern, sich professionelle Unterstützung zu suchen, damit ihnen ähnliches widerfährt.

Zurück im Unternehmen

Obwohl Grupp zurzeit keine öffentlichen Termine wahrnimmt und weiterhin ambulant betreut wird, berichtet Schwäbische Post, dass er mit seinen ehemaligen Kollegen in Kontakt steht und am Weg der Besserung ist. Zudem äußert das Unternehmen, dass es Grupp „altersentsprechend gut“ gehe. Ein großes Kompliment für seine Rückkehr, denn immerhin beschäftigt Trigema über 1.000 Mitarbeiter und produziert ausschließlich in Deutschland hochwertige Wäsche sowie Freizeit- und Sportbekleidung. Im Jahr 2023 erzielte das Unternehmen dabei einen Produktionsumsatz von 129,3 Millionen Euro.

Wolfgang Grupp ist nicht nur für seine unternehmerischen Fähigkeiten bekannt, sondern hat sich auch als eine Kultfigur in Deutschland etabliert. Viele erinnern sich an seine berühmte TV-Werbung, in der er oft mit einem Schimpansen auftritt. Auch das zeigt, wie vielschichtig die Persönlichkeit dieses Unternehmers ist und wie tief seine Geschichten in der deutschen Medienlandschaft verankert sind.

Depression im Alter

Seine persönlichen Herausforderungen sind nicht einzigartig. Laut Deutsche Depressionshilfe leiden viele ältere Menschen an Depressionen, die oft mit Einsamkeit und dem Gefühl der Nutzlosigkeit einhergehen. Studien haben gezeigt, dass insbesondere die Generation der über 80-Jährigen häufig betroffen ist, sei es aufgrund des Verlusts von Angehörigen oder durch das Gefühl, nicht mehr in die Gesellschaft eingebunden zu sein.

Aber die Botschaft von Wolfgang Grupp ist klar: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von großem Mut. Der Unternehmer hofft, sein eigenes Erlebnis als wertvolle Lehre für andere anzubieten. In einer Zeit, in der psychische Gesundheit immer mehr in den Mittelpunkt rückt, ist sein offenes Vorgehen höchst bemerkenswert und könnte wirklich einigen Mut machen, ebenfalls zu handeln.