Die ersten warmen Tage im Wittelsbacher Land sorgen für reges Treiben unter den Amphibien. Diese Tiere, darunter Kröten und Frösche, sind auf der Suche nach ihren Laichgewässern, was in den kommenden Wochen zu einer intensiven Wanderzeit führen wird. Dabei ist das milde und feuchte Wetter ein entscheidender Faktor, der die Amphibien anspricht. Die Kreisgruppe Aichach-Friedberg des Bund Naturschutz (BN) hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Tieren zu helfen. In Pöttmes und Sirchenried wurden Schutzzäune aufgestellt, um die Wanderer sicher über die Straßen zu leiten. Erstmals ist auch ein Krötenzaun in Rinnenthal installiert worden, wo bereits die ersten Tiere gesichtet wurden. Am Weiher bei Hiesling in der Stadt Aichach hingegen warten die Frösche noch ab, bevor sie sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen machen.
Die Wanderung zu den Laichgründen birgt jedoch auch Gefahren. Besonders Straßen stellen für die Amphibien ein großes Risiko dar, da viele von ihnen dabei überfahren werden. Jährlich sind zehntausende Amphibien von diesem Schicksal betroffen. Der BN beobachtet zudem besorgt einen Rückgang der Amphibienzahlen in der Region, was die Bedeutung des Naturschutzes unterstreicht. Die aktuelle Situation zeigt sich auch im deutschlandweiten Kontext: Während im Norden und Osten noch Schnee und Frost herrschen, wird im Südwesten mit dem milderen Wetter gerechnet. Hier wurden bereits Spring- und Grasfrösche sowie Bergmolche gesichtet. Die Wanderung wird in diesen Regionen voraussichtlich ab dem kommenden Samstag zunehmen.
Aktive Unterstützung für Amphibien
Naturschutzgruppen setzen sich intensiv für den Schutz der Amphibien ein. Neben der Aufstellung von Krötenschutzzäunen organisieren sie auch den Transport der Tiere über Straßen und die Anlage von Ersatzlaichgewässern. Für diese wichtigen Aufgaben werden Helfer*innen gesucht, die bereit sind, Schutzzäune aufzustellen und täglich zu kontrollieren. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, und die Saison dauert in der Regel zwei bis drei Monate. Interessierte können sich an lokale Naturschutzgruppen oder direkt auf den NABU-Websites informieren. Der NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie hat sogar eine interaktive Schutzzaun-Datenbank entwickelt, die Informationen zu Lage, Ausstattung und Fangergebnissen von Schutzzaunstandorten bereitstellt. Diese Datenbank ermöglicht es den Organisatoren, ihre Standorte selbstständig zu verwalten und zu aktualisieren.
Ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz
Schutzmaßnahmen und Aufklärung sind entscheidend, um die Amphibienpopulationen zu erhalten. Die anhaltende milde Wetterlage könnte dazu führen, dass die Höhepunkte der Wanderungen nicht vor Mitte März erwartet werden, was den Naturschutzgruppen zusätzliche Zeit gibt, ihre Aktivitäten auszubauen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass die Amphibien sicher zu ihren Laichplätzen gelangen und sich die Bestände stabilisieren. Für weitere Informationen zu diesem Thema und zur Teilnahme an den Aktivitäten empfehlen wir, einen Blick auf die Webseite des NABU zu werfen (NABU) – jeder Beitrag zählt!
Zusammengefasst zeigt sich, dass die Amphibienwanderung ein wichtiges Ereignis für die Natur ist, das sowohl Herausforderungen als auch Chancen für den Naturschutz mit sich bringt. Es bleibt zu hoffen, dass mit den richtigen Maßnahmen und dem Engagement der Gemeinschaft die Amphibienpopulationen im Landkreis Aichach-Friedberg stabilisiert werden können. Weitere Informationen zur Thematik findet man auch in diesem Artikel der Augsburger Allgemeinen.