Am 22. Februar 2026 fand in Aichach-Friedberg die Auftaktveranstaltung des Awo-Ortsvereins unter dem Motto „Start ins neue Jahr – Demokratie lebt“ statt. Diese Veranstaltung markiert den Beginn eines Themenjahres, das sich ganz der lebendigen und greifbaren Praxis der Demokratie widmet. Unter dem Jahresthema „Awo lebt Demokratie“ wurde ein Programm geboten, das den Gästen die Möglichkeit gab, Demokratie nicht nur abstrakt zu betrachten, sondern sie aktiv zu erleben.
Ein besonderer Programmpunkt war die Eröffnung der Awo-Ausstellung „Bank der Demokratie“. Diese Ausstellung, die über 50 Fotos des Fotografen Mike Couball präsentiert, bietet persönliche Statements von Aichacherinnen und Aichachern und regt dazu an, über die eigene Sichtweise auf das Thema Demokratie nachzudenken. Eine interaktive Tafel ermöglichte es den Gästen, eigene Gedanken festzuhalten und somit einen persönlichen Beitrag zur Diskussion zu leisten. Rund 40 Gäste, darunter Kommunalpolitiker und Ehrenamtsvertreter, waren anwesend, um gemeinsam zu erkunden, wie Demokratie vor Ort gelebt werden kann.
Ehrenamt als Grundpfeiler der Demokratie
Das Ehrenamt spielt eine zentrale Rolle in der demokratischen Gesellschaft Deutschlands. Rund 27 Millionen Menschen engagieren sich hierzulande ehrenamtlich, was fast 37 Prozent der Bevölkerung entspricht. In Sachsen-Anhalt, wo sich etwa 800.000 Menschen freiwillig engagieren, liegt die Engagementquote jedoch nur bei 30,9 Prozent, die niedrigste in Deutschland. Dies stellt eine Herausforderung dar, da der Rückgang des Ehrenamts in dieser Region besonders stark zu spüren ist. Bürokratie, knappe Finanzierung und fehlende Unterstützung beeinträchtigen die Bereitschaft, sich langfristig zu engagieren.
Die AWO-Begegnungsstätten sind wichtige Orte, die den Austausch und das Engagement fördern. Ein Beispiel dafür ist Christine Pfaff, die seit 35 Jahren in der AWO-Begegnungsstätte in Tangermünde aktiv ist. Ihre Einrichtung bietet wöchentliche Aktivitäten für 50 Menschen und trägt dazu bei, den Zusammenhalt zwischen verschiedenen Generationen zu stärken. Pfaff, die auch politisch aktiv ist, plant, ihr Ehrenamt bis zur nächsten Kommunalwahl 2029 auszuüben, solange es ihre Gesundheit erlaubt.
Die Bedeutung des Ehrenamts im ländlichen Raum
Fast 57 Prozent der Menschen in Deutschland leben im ländlichen Raum, wo das ehrenamtliche Engagement häufig höher ist als in städtischen Gebieten. Das Ehrenamt fördert nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern trägt auch zur Stärkung der Demokratie bei und unterstützt die örtliche Daseinsvorsorge. Dennoch gibt es Herausforderungen: Ältere Menschen möchten ihre Aufgaben oft weitergeben, finden jedoch keine Nachfolger. Um diese Problematik zu adressieren, wird es notwendig sein, das Ehrenamt besser mit Beruf und Familie vereinbar zu machen und bürokratische Hürden abzubauen.
Öffentliche Fachgespräche, wie das des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement am 5. Juli 2023, thematisieren die Notwendigkeit, soziale Ungleichheiten abzubauen und die Infrastruktur zu verbessern, um das bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Ein Projekt wie „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ zielt darauf ab, die Unterstützung des Ehrenamts durch die Kreise zu intensivieren und somit die Basis für demokratische Teilhabe in ländlichen Regionen zu stärken.
Die Veranstaltung des Awo-Ortsvereins in Aichach zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Demokratie nicht nur zu diskutieren, sondern sie aktiv zu leben. Die Awo und ihre Ehrenamtlichen setzen sich dafür ein, dass Demokratie erlebbar wird – und das ist ein Ziel, das wir alle unterstützen sollten. Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Quelle.