In einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche mehr Zeit denn je im Internet verbringen, hat die Bundesregierung das Ziel, den Schutz dieser jungen Nutzer im digitalen Raum zu verbessern. Eine wichtige Maßnahme in diesem Prozess ist die Einberufung einer Expertenkommission, die sich mit dem Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt auseinandersetzt. Bundesbildungsministerin Karin Prien stellte diese Kommission vor, die aus 18 Mitgliedern besteht, darunter Experten aus den Bereichen Bildungsforschung, Kinder- und Jugendmedizin sowie Medienrecht und Medienpädagogik. Co-Vorsitzende der Kommission sind Prof. Dr. Olaf Köller und Nadine Schön. Die Kommission wird im Herbst 2025 ihre Arbeit aufnehmen und hat das Ziel, innerhalb von zwölf Monaten eine Strategie mit konkreten Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Dies umfasst unter anderem die Schaffung sicherer digitaler Umgebungen für Kinder und Jugendliche sowie die Stärkung der Medienkompetenz von verschiedenen Zielgruppen, wie etwa Eltern und Fachkräften.

Um die Stimmen der jungen Generation in diesen wichtigen Diskurs einzubeziehen, findet am Samstag, den 21. März 2026, ein Workshop mit dem Titel „Kinder- und Jugendbeteiligung: Gestalte mit uns ein sicheres Internet für junge Menschen“ statt. Veranstaltet von dem Landratsamt und der Stiftung Digitale Chancen, richtet sich dieser Workshop an Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Veranstaltung, die von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Landratsamt in Aichach stattfindet, hat das Ziel, die aktive Beteiligung junger Menschen zu fördern. In Form von Gesprächsrunden und kreativen Formaten haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen, Wünsche und Forderungen zu äußern. Die Teilnahme ist kostenlos, Snacks und Getränke werden bereitgestellt, und eine vorherige Anmeldung bei Bildungsmanager Götz Gölitz ist erforderlich (E-Mail: goetz.goelitz@lra-aic-fdb.de).

Die Rolle der Expertenkommission

Die Expertenkommission wird nicht nur konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten, sondern auch die Einbindung von Bund, Ländern und Zivilgesellschaft in den Prozess sicherstellen. Der Länderbeirat ist ebenfalls in den Arbeitsprozess eingebunden. Zu den Beobachtern gehören unter anderem die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch sowie Beauftragte für Sucht- und Drogenfragen und Kultur und Medien. Diese umfassende Herangehensweise soll gewährleisten, dass alle relevanten Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt berücksichtigt werden.

Die Herausforderungen, vor denen Kinder und Jugendliche im Internet stehen, sind enorm. Cybermobbing, Radikalisierung, Antisemitismus, Rassismus, Frauenverachtung und sexualisierte Gewalt sind nur einige der Gefahren, die es zu bewältigen gilt. Laut aktuellen Studien verbringen Kinder und Jugendliche oft mehr als 30 Stunden pro Woche online, was sich negativ auf ihr Wohlbefinden und ihre Leistungsfähigkeit auswirken kann. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, nicht nur die Risiken zu adressieren, sondern auch die Chancen der digitalen Welt zu nutzen und die Medienkompetenz zu stärken.

Einbindung der Jugend

Obwohl Kinder und Jugendliche nicht direkt in der Kommission vertreten sind, wird ihre Einbindung durch „zeitgemäße Beteiligungsformate“ angestrebt. Dies zeigt, dass die Meinung junger Nutzer ernst genommen wird und sie aktiv an der Gestaltung ihrer digitalen Umwelt teilnehmen können. Die Ergebnisse der Kommission sollen bis Ende der parlamentarischen Sommerpause 2026 vorliegen und sich an Bund, Länder, Zivilgesellschaft, Schulen und Eltern richten. So wird eine umfassende Strategie entwickelt, die den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gerecht wird.

Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt und zur Expertenkommission sei auf die offiziellen Bekanntmachungen der Bundesregierung verwiesen, die unter hier zu finden sind. Auch die Berichterstattung der Tagesschau bietet wertvolle Einblicke in die Thematik und ist unter diesem Link verfügbar.