Im Oktober fand das 6. Gesundheitsforum im Landkreis Aichach-Friedberg statt, geleitet von Landrat Dr. Klaus Metzger. Bei dieser Veranstaltung wurde der Austausch über regionale Gesundheitsprojekte und zukünftige Initiativen gefördert. Die Themen erstreckten sich von der psychischen Gesundheit bis hin zu Pflegeinnovationen und der Unterstützung für ältere Menschen. Besonders interessant war die Projektgruppe, die sich auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen konzentrierte und im Juli an der MUT-Tour teilnahm, einer bundesweiten Aktion zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Landkreis Aichach-Friedberg berichtet.
Ein weiteres Team des Forums beschäftigte sich mit dem wichtigen Thema „Leben im Alter“, in dessen Rahmen die Stärkung lokaler Unterstützungsstrukturen für Senioren im Fokus stand. Zu den Erfolgen zählte auch der „Because We Care“ Pflege- und Gesundheitskongress, der Anfang Januar im Augsburger Verbund stattfand und mit rund 800 Teilnehmenden auf sich aufmerksam machte. Im Mai war der „TruDi – Truck der Digitalisierung“ im Wittelsbacher Land unterwegs, um über digitale Innovationen in Pflegeeinrichtungen zu informieren. Der Wettbewerb „Deine Ausbildung im Rampenlicht – zeig, was du lernst“ läuft zurzeit, bei dem Auszubildende Abgedichtetes aus ihren Gesundheitsberufen einreichen dürfen.
Psychische Gesundheit im Fokus
Ein zentraler Punkt, der ebenfalls zur Sprache kam, ist die psychische Gesundheit von Senior*innen. Interessanterweise wurde erst im Juni 2024 ein 25-seitiges Dossier von der Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) veröffentlicht, das die Risikofaktoren psychischer Erkrankungen thematisiert und Hilfsmaßnahmen aus verschiedenen Ländern skizziert. Ca. 30% der europäischen Senior*innen leiden an Depressionen, ein Anstieg, der insbesondere durch die Covid-19-Pandemie und Einsamkeit verstärkt wurde. Seniorenpolitik Aktuell berichtet.
Die Tabuisierung seelischer Leiden führt oft dazu, dass viele Menschen unbehandelt bleiben. Vor diesem Hintergrund fordert die UNECE die Regierungen auf, sich stärker für die Förderung bedürfnisorientierter Unterstützungsangebote einzusetzen. Schutzfaktoren für die Psyche sind unter anderem ein stabiles soziales Umfeld, ein geregeltes Einkommen sowie ein gesunder Lebensstil. Dabei variieren die Erkrankungsraten in Europa erheblich und zeigen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Projektträger*innen und Angehörigen.
Die Bedeutung der Aufklärung
In Deutschland wird seit einiger Zeit eine Strategie gegen Einsamkeit verfolgt, die auch als Teil einer nationalen Agenda für psychische Gesundheit verstanden werden kann. Die Europäische Kommission und die WHO haben ebenfalls Berichte und Strategien erarbeitet, um die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Das BAGSO-Ratgeberprogramm zur mentalen Gesundheit pflegender Angehöriger ist dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Ein weiteres Thema im Kontext der gesundheitlichen Aufklärung ist der richtige Umgang mit medizinischen Informationen wie beispielsweise der Medicare-Karte. Diese sollte, ähnlich wie eine Kreditkarte, stets sicher behandelt werden. Informationen zu Dienstleistungen sollten nur an vertrauenswürdige Gesundheitsdienstleister weitergegeben werden, um möglichen Betrugsversuchen vorzubeugen. Medicare gibt hierzu einige Sicherheitstipps.
Abschließend zeigt die
Veranstaltung einmal mehr, wie wichtig der Austausch und die regionale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich sind. Die Stärkung von Unterstützungsstrukturen und Aufklärung über psychische Gesundheit sind unerlässlich, um ältere Menschen zu unterstützen und ihrer Lebensqualität zu erhöhen.