Am vergangenen Samstag fand im Gasthof zum Wirt in Rehling die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Aichach des Jagdschutz- und Jägervereins statt. Das zentrale Thema der Versammlung war die besorgniserregende Situation rund um die Afrikanische Schweinepest (ASP), die bereits in Hessen und Baden-Württemberg aufgetreten ist. Um auf mögliche Ausbrüche vorbereitet zu sein, hat der Landkreis drei Tonnen zur Entsorgung infizierter Tiere aufstellen lassen.
Johann Greppmeier von der Unteren Jagdbehörde gab einen Überblick über die Jagdstatistik: Im letzten Jahr wurden 767 Böcke erlegt, während 102 Tiere durch Straßenverkehr oder Krankheit starben. Der Abschussplan sah jedoch 772 erlegte Böcke vor. Der Landkreis Aichach-Friedberg zählt derzeit 935 Jäger, was einer Quote von 6,82 Jägern pro 1000 Einwohner entspricht. Besonders bemerkenswert ist die zunehmende Tendenz, dass immer mehr Frauen die Jagd ausüben, auch wenn sie bei der Versammlung in der Unterzahl waren.
Maßnahmen gegen die Schweinepest
Dr. Herbert Pfaffenrath vom Veterinäramt berichtete über die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schweinepest in Franken und hob hervor, wie wichtig die Jägerschaft bei der Kadaverentsorgung im Falle eines Ausbruchs ist. Zudem wurde auf drei Fälle von Hasenpest hingewiesen, die auf Menschen übertragbar ist. Diese Informationen verdeutlichen die Herausforderung, vor der die Jägerschaft steht, insbesondere in Anbetracht der aktuellen ASP-Fälle in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die nur etwa 20 km von der bayerischen Landesgrenze entfernt sind.
Die Afrikanische Schweinepest ist eine virale Infektionskrankheit, die ausschließlich Schweine betrifft und durch direkten Kontakt sowie tierische Produkte übertragen wird. Sie ist für Menschen ungefährlich, was bedeutet, dass der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren von infizierten Tieren keine Infektionsgefahr für den Menschen darstellt. Um die Ausbreitung der ASP zu verhindern, wurden Präventionsmaßnahmen und Aufklärungskampagnen intensiviert. Seit 2021 wurde ein ASP-Abwehr-Paket beschlossen, das unter anderem den Bau von Wildschutzzäunen entlang der Bundesautobahnen in grenznahen Gebieten Bayerns umfasst.
Die Rolle der Jägerschaft
Fred Steinberger vom Bayerischen Jägerverband äußerte Bedenken hinsichtlich einiger Jagdzeiten im neuen bayerischen Jagdgesetz, das derzeit novelliert wird. Während der ersten Lesung im Bayerischen Landtag lobte Peter Tomaschko, CSU-Landtagsabgeordneter, den Einsatz für Natur-, Arten- und Umweltschutz. Joachim Hochrein, erster Vorsitzender der Aichacher Jäger, betonte die Unterstützung der Jägerschaft für die Bauernschaft und den respektvollen Umgang mit Tieren.
Zusätzlich sprach Franz Rieber von der Unteren Naturschutzbehörde über die wichtige Rolle der Naturschutzwacht und das Engagement der Ehrenamtlichen. Silke Schweizer, Schriftführerin im Jägerverein, berichtete über die Wildunfälle, die im Schnitt knapp 1000 pro Jahr zunehmen. Im Jahr 2025 wurden 995 Wildunfälle registriert, wobei in 16 Fällen gegen Wild Waffen eingesetzt wurden.
In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, vor denen die Jägerschaft steht, ist es entscheidend, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um nicht nur den Tierschutz zu gewährleisten, sondern auch die Sicherheit der Menschen zu wahren. Die Jägerschaft spielt hierbei eine wesentliche Rolle, besonders im Hinblick auf die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest und die Unterstützung der Landwirtschaft.
Für weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest und den aktuellen Entwicklungen können Sie die detaillierten Berichte auf den Webseiten der Augsburger Allgemeinen, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Deutschen Jagdverband nachlesen.