Im Februar 2023 fand im Landkreis Aichach-Friedberg die U18-Wahl statt, die anlässlich der Kommunalwahl am 8. März durchgeführt wurde. Rund 260 Jugendliche nahmen an dieser Wahlsimulation teil, die ihnen die Möglichkeit bot, ihre politische Stimme zu erheben und den Wahlprozess kennenzulernen. Die U18-Wahl ist seit 1996 bundesweit als Instrument der politischen Bildung etabliert und wird in Bayern seit 2009 vom Bayerischen Jugendring koordiniert. Ziel dieser Initiative ist es, junge Menschen für gesellschaftliche Themen zu sensibilisieren und ihnen eine Plattform für ihre politische Meinungsäußerung zu bieten. Die Ergebnisse der Wahl variieren stark zwischen den verschiedenen Kommunen im Landkreis.

In Aichach erzielte das Bündnis Zukunft Aichach (BZA) 46%, gefolgt von der SPD mit 23% und der AfD mit 15%. In Dasing, wo erstmals die digitale Wahlmöglichkeit angeboten wurde, lag die Zustimmung für die Freien Wähler bei beeindruckenden 69%. Friedberg zeigte eine klare Präferenz für die SPD mit 52%, während Kissing der CSU 66% der Stimmen gab. Die Landratswahl wurde nur in Dasing und Kissing durchgeführt, wobei die CSU 33% der Stimmen in Dasing erhielt und die Grünen in Kissing 32% erreichten. Diese Ergebnisse sind nicht repräsentativ, dienen jedoch als Stimmungsbild und können Impulse für gesellschaftliche und pädagogische Handlungsaufträge geben.

Digitale Innovationen und Wahlbeteiligung

Ein bemerkenswerter Aspekt der U18-Wahl in diesem Jahr war die erstmalige Einführung der digitalen Stimmabgabe in Dasing. In den analogen Wahllokalen in Aichach, Friedberg und Kissing hingegen konnten die Jugendlichen auf traditionelle Weise ihre Stimmen abgeben. Diese digitale Wahl wurde durch ein Projekt des Bayerischen Jugendrings (BJR) und des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales ermöglicht. Über 30.000 Jugendliche in Bayern nahmen an rund 350 Wahllokalen teil, was einen Höchststand im Vergleich zu Vorjahren darstellt. Allerdings war die Beteiligung im Landkreis Aichach-Friedberg geringer als bei der U18-Bundestagswahl 2025, wo über 300 Teilnehmende registriert wurden.

Philipp Henscke vom Kreisjugendring Aichach-Friedberg bezeichnete die Ergebnisse als teilweise überraschend und „beruhigender als im vergangenen Jahr“. Dies könnte auf eine stärkere Prägung durch die politische Mitte hinweisen. Um die Wahlbeteiligung künftig zu erhöhen, wurden Vorschläge wie längere Wahlzeiträume und zusätzliche Beteiligungsformate diskutiert. Die Bayerische Jugendministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung der U18-Wahl für das politische Engagement junger Menschen und die Notwendigkeit, kontinuierliche politische Bildungsangebote zu schaffen.

Ein Blick auf die bayerischen Ergebnisse

Auf bayerischer Ebene zeigt die U18-Wahl, dass die CSU bei der Bürgermeisterwahl mit 29% und der Landratswahl mit 34% die stärkste Kraft ist. Die Ergebnisse der U18-Wahl geben wichtige Hinweise auf die politische Stimmung unter den Jugendlichen und können als wertvolle Anregung für die politische Bildung und die Förderung des Engagements junger Menschen angesehen werden. Der Bayerische Aktionsplan Jugend unterstützt aktiv die Mitwirkung junger Menschen an politischen Prozessen und zielt darauf ab, die Jugendarbeit als Lern- und Erfahrungsort für Demokratie zu stärken.

Insgesamt zeigt die U18-Wahl, dass die Stimmen der Jugend gehört werden wollen und dass es wichtig ist, ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich aktiv in den politischen Prozess einzubringen. Die Ergebnisse der U18-Wahl 2026 werden auf der Webseite des Bayerischen Jugendrings einsehbar sein, und es bleibt zu hoffen, dass die Beteiligung bei zukünftigen Wahlen weiter steigt.