In einer wegweisenden Initiative hat der Bayerische Landtag beschlossen, 275.000 Euro für den Aufbau eines palliativgeriatrischen Dienstes der SAPV am Inn gGmbH bereitzustellen. Diese Förderung stammt aus einem Sondertopf des Landtags und ist Teil einer Fraktionsinitiative der Regierungsparteien. Landtagsabgeordneter Markus Saller hat sich intensiv für diese Mittel eingesetzt, die nun in die Landkreise Mühldorf, Altötting und Rottal-Inn fließen werden.
Der neu gegründete palliativgeriatrische Dienst wird eine entscheidende Rolle in der Unterstützung von Pflegeheimen vor Ort spielen. Ziel ist es, Pflegepersonal zu beraten, Angehörige einzubinden und unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Diese niederschwellige Anlaufstelle wird nicht nur Fachkräfte der SAPV am Inn gGmbH bereitstellen, sondern auch Schulungen für das Pflegepersonal anbieten. Der Hintergrund dieser Initiative ist der steigende Bedarf an palliativmedizinischer Begleitung, der durch den demografischen Wandel und komplexe Krankheitsverläufe verstärkt wird.
Verbesserung der Lebensqualität
Mit dem palliativgeriatrischen Dienst wird eine Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner in ihrer letzten Lebensphase angestrebt. Die Mittel dienen als Anschubfinanzierung für die ersten drei Jahre, mit dem langfristigen Ziel, dass dieser Dienst fester Bestandteil der regionalen Versorgungsstruktur wird. Diese Entwicklung ist besonders wichtig, da die Inanspruchnahme palliativmedizinischer Versorgung in Deutschland insgesamt zugenommen hat. Eine Untersuchung zeigt, dass die Gesamtinanspruchnahme von Palliativversorgung von 33,8% im Jahr 2016 auf 36,2% im Jahr 2019 gestiegen ist, mit einem besonders starken Anstieg in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).
Der Anna Hospizverein ist ebenfalls aktiv in der palliativmedizinischen Versorgung und bietet umfassende Informationen zu seinen Tätigkeitsbereichen, die von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung über die HospizInsel bis hin zur Hospizakademie Annabrunn reichen. Diese Organisation versteht Hospizarbeit als eine achtungsvolle Begleitung in der letzten Lebensphase und bietet Unterstützung für trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zudem engagiert sich der Verein in der Ausbildung und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Palliativ- und Hospizarbeit.
Regionale Unterschiede und Herausforderungen
Die regionale Variabilität in der Inanspruchnahme palliativmedizinischer Versorgung bleibt eine Herausforderung. Eine Studie hat gezeigt, dass es signifikante Unterschiede in den Versorgungsformen gibt, die nicht nur durch den Bedarf, sondern auch durch regionale Kapazitäten beeinflusst werden. Dies ist besonders relevant für die neu gegründeten Dienste im Landkreis Mühldorf, Altötting und Rottal-Inn, wo die Nachfrage nach palliativmedizinischer Begleitung weiterhin steigt.
Insgesamt zeigt sich, dass die neuen Mittel und Initiativen einen wichtigen Schritt in Richtung einer verbesserten palliativmedizinischen Versorgung darstellen. Die Unterstützung von Fachkräften und die Einbindung von Angehörigen sind entscheidend, um die Lebensqualität von Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu verbessern und die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen. Für weitere Informationen zu den Aktivitäten der SAPV am Inn gGmbH und des Anna Hospizvereins kann auf deren Webseiten zugegriffen werden: palliativ-am-inn.de und innsalzach24.de.