Im Landkreis Mühldorf gibt es erfreuliche Neuigkeiten für die Palliativversorgung: Die gesetzlichen Krankenkassen haben offiziell den Bedarf für ein stationäres Hospiz anerkannt. Dies ist ein bedeutender Schritt, da bis zum Jahr 2030 ein Hospiz für die Landkreise Mühldorf und Altötting geplant ist. Petra Zimmermann-Schwier, die Geschäftsführerin des Anna-Hospiz-Vereins, bezeichnete diese Entscheidung als entscheidenden Meilenstein. Der Anna Hospizverein hatte bereits vor acht Jahren mit einer Spendenaktion den Grundstein für die Hospizinsel in Waldkraiburg gelegt.
Die Hospizinsel, die als Palliativ-WG mit vier Betten fungiert, kann jedoch den tatsächlichen Bedarf nicht decken. Ein Gutachten hat bereits 2024 den Bedarf für ein stationäres Hospiz nachgewiesen. Im August 2025 wurde ein Versorgungsvertrag für ein Hospiz mit zwölf Betten beantragt. Unterstützt wird die Initiative von prominenten Persönlichkeiten, darunter die Landräte Max Heimerl und Erwin Schneider sowie mehrere Landtagsabgeordnete. Insbesondere die Anerkennung des Bedarfs für ein Hospiz mit acht Betten im Landkreis Mühldorf wird als großer Erfolg für die Region und die Menschen am Lebensende gefeiert.
Der Weg zum neuen Hospiz
Die Hospizinitiative hat durch ihre engagierte Arbeit und die bereits bestehende Hospizinsel den Bedarf überzeugend nachgewiesen. Nun stehen die nächsten Schritte an, die die Festlegung des Standorts, die Erstellung eines Betriebskonzepts und die Kalkulation der Kosten umfassen. Es wird angestrebt, die entsprechenden Unterlagen bis Ende des Jahres bei den Krankenkassen einzureichen. Die Suche nach einem geeigneten Standort hat dabei hohe Priorität, da dieser für beide Landkreise gut erreichbar sein muss. Zimmermann-Schwier hofft, das Hospiz bis 2030 eröffnen zu können.
Die Palliativversorgung in Deutschland ist ein wichtiges Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin gibt es in Deutschland rund 270 stationäre Hospize, die eigenständige Einrichtungen für Menschen mit fortgeschrittenen, lebensbegrenzenden Erkrankungen sind. Darüber hinaus bieten ambulante Hospizdienste, unterstützt von etwa 100.000 Ehrenamtlichen, wertvolle Begleitung für Schwerstkranke und deren Familien. Diese Dienste sind ein zentraler Bestandteil der Palliativversorgung und tragen maßgeblich dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Palliativnetzwerke und deren Bedeutung
Eine wichtige Rolle spielen Palliativnetzwerke, die die Angebote in der Hospizarbeit und Palliativversorgung vor Ort koordinieren. Diese Netzwerke werden seit 2022 gesetzlich gefördert und ausgebaut, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten. Der Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland bietet über 3.000 Adressen von Hospiz- und Palliativ-Angeboten, die für Betroffene und Angehörige eine wertvolle Orientierungshilfe darstellen. Die Inhalte sind in mehreren Sprachen zugänglich, was die Informationen für eine breitere Bevölkerungsschicht verfügbar macht.
Insgesamt zeigt die Entwicklung im Landkreis Mühldorf, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Menschen am Lebensende zu erkennen und entsprechende Angebote zu schaffen. Die geplante Einrichtung eines neuen Hospizes ist ein Schritt in die richtige Richtung und kann dazu beitragen, die Palliativversorgung in der Region weiter zu verbessern.
Für weitere Informationen zur Palliativversorgung und den aktuellen Entwicklungen in der Region Mühldorf können Interessierte die Webseiten des HPVN Bayern und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin besuchen.