Im Landkreis Altötting haben die Herausforderungen rund um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in den letzten Jahren stark zugenommen. Diese umstrittenen Chemikalien wie PFOA stellen nicht nur eine Gesundheitsgefahr dar, sondern belasten auch die Umwelt erheblich. Wie Innsalzach24 berichtet, sind die gegenwärtigen Methoden zur Bekämpfung dieser Schadstoffe, darunter Filtration, Deponierung und Verbrennung, sowohl energieaufwendig als auch teuer.

Die Start-up-Firma PFASuiki aus Oberhaching hat nun jedoch ein Verfahren entwickelt, das die PFAS nahezu vollkommen zerstören kann. Statt wie gewohnt lediglich aus dem Wasser zu entfernen, nutzt PFASuiki elektrochemische Oxidation, um die schadstoffbelastenden Moleküle direkt zu zerlegen. Dieses Verfahren könnte eine echte Wende im Kampf gegen die anhaltende Belastung durch PFAS bedeuten.

Die Innovation bei der Schadstoffbeseitigung

Die elektrochemische Oxidation funktioniert, indem ein elektrischer Strom durch reaktive Elektroden geleitet wird. Dabei wird eine hohe Effizienz von über 95 Prozent in der Zerstörung verschiedenen PFAS-Verbindungen erreicht, wie Tests zeigen. Laut Swana wird diese Methode als vielversprechend angesehen, nicht nur wegen ihrer Effektivität, sondern auch, weil sie kosteneffektiv ist.

Energieverbrauch und praxisnahe Anwendbarkeit sind zwei weitere wichtige Aspekte: Für die Zerstörung von PFAS benötigt die Technik 15 bis 30 Kilowattstunden pro Kubikmeter Wasser. Dies variiert je nach Wasserzusammensetzung. Zudem können die Endprodukte des Verfahrens lediglich die Grundbestandteile Kohlenstoff und Fluorid sein, was die Umweltbelastung minimiert.

Pilotversuche und zukünftige Anwendung

Ein Pilotprojekt ist für 2026 an einer italienischen Mülldeponie angedacht, wo die neue Technologie direkt bei der Behandlung von PFAS-haltigem Wasser zum Einsatz kommen soll. Mit einer Anfangskapazität von 300 bis 500 Litern Sickerwasser pro Stunde hat PFASuiki große Pläne. Gespräche mit verschiedenen deutschen Deponien sind bereits im Gange, und es werden weitere Machbarkeitsstudien vorbereitet, um die Technologie auch hierzulande anzuwenden.

Obwohl die PFASuiki-Technologie vielversprechend ist, ist sie nicht für die Reinigung von Trinkwasser vorgesehen. Das stellt jedoch kein Hindernis dar, denn aktuell setzen viele Betreiber auf die traditionelle Rückhaltetechnologie, die nur instandhaltend wirkt und PFAS nur konzentriert. ZFK hebt hervor, dass die European Union (EU) ab 2026 strenge Grenzwerte für PFAS einführen will, wodurch der Druck auf die Abwasserwirtschaft zunehmen wird.

Mit der Entwicklung von PFASuiki und der elektrochemischen Oxidation wird ein neues Kapitel im Umgang mit umweltschädlichen Stoffen aufgeschlagen. Die Technologie könnte nicht nur zur grundlegenden Zerstörung von PFAS beitragen, sondern auch für Kommunen und Versorgungsunternehmen eine kostengünstige und nachhaltige Lösung bieten. Damit wäre auch ein echter Beitrag zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards (ESG) gegeben, denn die Zerstörung vor Ort bringt Rechtssicherheit und reduziert die Entsorgungskosten.

Die Berliner Zeitungsverlage blicken gespannt auf diese Entwicklungen, denn klar ist: Hier liegt ein zukunftsträchtiges Geschäft, das nicht nur lokal, sondern auch global von Bedeutung sein könnte. Die Möglichkeiten erscheinen schier unbegrenzt, und die Zeit wird zeigen, welche Fortschritte die Technologie in der Praxis macht.