Am 3. April 2026 erreicht uns die traurige Nachricht vom überraschenden Tod von Bürgermeister Johann Krichenbauer aus Burgkirchen, der im Alter von 63 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Krichenbauer war seit 2012 im Amt und trat nicht zur Wahl am 8. März an. Sein Tod kam überraschend, obwohl es ihm in den letzten Wochen besser zu gehen schien. Michael Prestel wird ab dem 1. Mai als Erster Bürgermeister die Gemeinde leiten und folgt dem beliebten Politiker, der als einer der besten Bürgermeister der Gemeinde angesehen wurde.
Krichenbauer war bekannt für seine faire und offene Art und übernahm die Gemeinde Burgkirchen in einer schwierigen finanziellen Lage. Sein Engagement und sein geschicktes Handeln halfen, die Gemeinde aus der Misere zu führen. Josef „Beppo“ Auberger, Ortsvereinsvorsitzender der SPD, betont die bedeutende Rolle, die Krichenbauer in der Entwicklung der Gemeinde spielte. Auch Gisela Kriegl, Bürgermeisterkandidatin aus Emmerting, würdigt seine Arbeit und hebt seine Bedeutung für die Region hervor. Tobias Windhorst, Noch-Bürgermeister von Töging, beschreibt Krichenbauer als fachlich versierten Kollegen und spricht sein Beileid aus.
Ein Wegbereiter für Burgkirchen
Johann Krichenbauer, der in der Oberpfalz aufwuchs, hatte eine solide Ausbildung hinter sich. Er begann seine berufliche Laufbahn als Bankkaufmann, diente in der Bundeswehr und erwarb schließlich das Fachabitur im Bereich Wirtschaft. Nach dem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) trat er in den Staatsdienst ein und war zunächst im Landratsamt Altötting tätig. Später arbeitete er in der Stadtverwaltung Altötting und in der Gemeinde Reit im Winkl, bevor er 2006 Prüfer im Außendienst beim Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband wurde.
Seine Amtszeit als Bürgermeister von Burgkirchen war geprägt von bedeutenden Investitionen, insbesondere durch den Chemiepark Gendorf. Zu den Projekten, die unter seiner Leitung realisiert wurden, zählen die Freibadsanierung, der Bau des Kindergartens Sankt Martin und der Grundschulanbau Gendorf. Entscheidungen im Gemeinderat wurden meist einstimmig und auf breiter Basis getroffen, was Krichenbauer als geschätzten Kommunalpolitiker auszeichnete.
Ein unerfüllter Ruhestand
Krichenbauer hatte Pläne, in den Ruhestand zu gehen und ein Anwesen in Norditalien zu beziehen, was ihm nun leider nicht mehr vergönnt sein wird. Er hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder, die in dieser schweren Zeit seinen Verlust betrauern. Der Bürgermeister hatte gesundheitlich bedingt mehrfach im Amt pausieren müssen und litt im Frühsommer 2025 an einer „schweren Bluterkrankung“, zeigte jedoch Optimismus, wieder in sein Amt zurückkehren zu können. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand bei der 20-Jahr-Feier des Bürgerzentrums im Mai 2025 statt.
Der Tod von Johann Krichenbauer ist der zweite Todesfall eines Bürgermeisters im Landkreis innerhalb weniger Wochen, nach dem plötzlichen Tod von Stefan Kammergruber aus Emmerting. Diese traurigen Ereignisse werfen einen Schatten auf die politische Landschaft der Region und führen zu einem Nachdenken über die Herausforderungen, die kommunale Führungspersönlichkeiten in ihren Ämtern oft bewältigen müssen. Die Bedeutung des Amtes eines Bürgermeisters ist nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der emotionalen Bindung zur Bevölkerung zu erkennen, wie es Krichenbauer eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Für weitere Informationen zu den Rechten und Pflichten von Bürgermeistern können Sie einen Blick auf die Gemeindeordnung Hessen werfen.