Am 1. Dezember 2025 ist es wieder soweit: Der Welt-AIDS-Tag ruft dazu auf, ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Solidarität mit Menschen, die mit HIV leben, zu setzen. Der diesjährige Slogan „Gemeinsam. Gerade jetzt.“ unterstreicht die Notwendigkeit, gegenseitige Unterstützung zu zeigen, besonders in einer Zeit, in der gesellschaftliche Polarisierung des Öfteren an der Tagesordnung ist. Wie oberpfalzecho berichtet, wird das Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach in der Fußgängerzone Brezen in Form der roten Schleife verteilen – ein bescheidenes, aber wirkungsvolles Zeichen der Unterstützung und Aufklärung.
Der Welt-AIDS-Tag ist seit über 35 Jahren eine wichtige Gelegenheit, um an die unzähligen Menschen zu erinnern, die an AIDS verstorben sind oder mit HIV leben. In Deutschland leben schätzungsweise 97.000 Menschen mit HIV, viele von ihnen kämpfen tagtäglich gegen Vorurteile und Stigmatisierung. Immer noch berichten 95 % der befragten HIV-positiven Personen von diskriminierenden Erfahrungen im vergangenen Jahr, wie die Deutsche AIDS-Stiftung aufzeigt.
Symbole der Solidarität
Die Brezen-Aktion in Amberg hat das Ziel, Aufmerksamkeit zu schaffen und betroffenen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind. „Wir wollen Mitgefühl und Verständnis für die Herausforderungen, mit denen viele konfrontiert sind, fördern“, erklärt ein Vertreter des Gesundheitsamts. Dabei wird auf die medizinischen Fortschritte hingewiesen: Unter einer wirksamen Therapie ist HIV sexuell nicht übertragbar, was bedeutet, dass ein Leben ohne AIDS-Ausbruch möglich ist. Diese Informationen werden auch an den Brezen-Ständen verteilt.
Das Motto des Welt-AIDS-Tags 2025 wird von mehreren Organisationen, darunter das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und die Deutsche Aidshilfe (DAH), unterstützt. Diese haben auf die Bedeutung von Aufklärung und Akzeptanz verwiesen, um die gesellschaftliche Stigmatisierung sowohl im beruflichen als auch im sozialen Umfeld abzubauen. Die Kampagne soll dazu auffordern, Verantwortung zu übernehmen und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass HIV-positive Menschen ein Recht auf ein diskriminierungsfreies Leben haben.
Ein globales Problem
Weltweit leben laut Schätzungen der UNAIDS etwa 41 Millionen Menschen mit HIV. Die Versorgungsstrukturen sind besonders gefährdet durch ausgebliebene finanzielle Unterstützung aus den USA, die in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren wurde. Wenn diese Situation anhält, könnte es zu einer dramatischen Zunahme der Neuinfektionen und -sterbefälle kommen. Dr. Johannes Nießen vom BIÖG hebt hervor, dass HIV-positive Menschen ein Recht auf medizinische Versorgung haben und somit die Notwendigkeit eines internationalen Engagements als unabdingbar erachtet wird.
Die Brezen-Aktion und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit sind also nicht nur ein lokales Ereignis, sondern Teil eines größeren, globalen Anliegens. Es geht darum, ein Stück weit Verantwortung zu übernehmen und zu verdeutlichen: Solidarität ist der Schlüssel zum Fortschritt. Weitere Informationen und anonyme HIV-Tests sind über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung erhältlich.