Am 09. Februar 2026 fand in Sulzbach-Rosenberg eine spannende Podiumsdiskussion statt, die sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Metropolregion Nürnberg für den Wirtschaftsraum Amberg-Sulzbach beschäftigte. Organisiert vom Arbeitskreis Wirtschaft der CSU Sulzbach-Rosenberg, zog die Veranstaltung rund 50 Besucher an, darunter prominente Teilnehmer wie Bürgermeister Stefan Frank und Fachleute aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen.

Moderator Karl Reyzl, ebenfalls Mitglied des Stadtrats, eröffnete die Diskussion mit einem eindringlichen Appell an die Bedeutung eines lebendigen Mittelstands. Dieser sei essenziell für die Finanzierung von Kultur und Infrastruktur in der Region. Sulzbach-Rosenberg, als Gründungsmitglied der Europäischen Metropolregion Nürnberg, spielt eine zentrale Rolle in diesem Netzwerk und ist im Präsidium vertreten. Reyzl forderte die Randkommunen auf, aktiv nach konkreten Vorteilen zu fragen, die eine Mitgliedschaft in der Metropolregion mit sich bringt.

Herausforderungen und Chancen

Die Diskussion beleuchtete auch die Herausforderungen, vor denen die Region steht. Finanzielle Engpässe, Leerstände und eine sinkende Kaufkraft erschweren die Ansiedlung neuer Unternehmen. Dennoch wurden auch Chancen aufgezeigt, wie etwa die Kontakte zu Absolventen der Friedrich-Alexander-Universität und die Möglichkeit, an Unternehmerstammtischen teilzunehmen. Informationen über Leuchtturmprojekte könnten zudem helfen, die Region zukunftssicher zu machen.

Bürgermeister Stefan Frank wies auf die Notwendigkeit hin, Prioritäten zu setzen, um die kommunalen Handlungsspielräume effektiv zu nutzen. Wichtige Faktoren für Standortentscheidungen sind unter anderem die Infrastruktur, die Geschwindigkeit der Umsetzung von Projekten, die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Lebensqualität in der Region. Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die Herausforderungen beim Glasfaserausbau gelegt. Während der geförderte Ausbau positive Fortschritte macht, erfordert der privatwirtschaftliche Ausbau Geduld.

Die Metropolregion Nürnberg im Überblick

Die Metropolregion Nürnberg ist ein freiwilliger Zusammenschluss von 23 Landkreisen und 11 kreisfreien Städten, die seit 2005 zusammenarbeiten, um den Herausforderungen eines wachsenden Europas entgegenzutreten. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, das Wohl der Einwohner zu fördern und neue Chancen zu eröffnen, während gleichzeitig die Sichtbarkeit der Region auf globaler Ebene erhöht wird. Diese Kooperation ist eine direkte Antwort auf die Globalisierung und wird von hunderten engagierten Akteuren getragen, die sich für gemeinsame Projekte einsetzen. Die Region selbst umfasst etwa 3,6 Millionen Einwohner und gehört zu den wirtschaftsstärksten in Deutschland und Europa.

Ein gemeinsames Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung, das 2010 unter Federführung der IHK Nürnberg erstellt wurde, bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit. Dabei wurden verschiedene wirtschaftlich-technologische Cluster wie Energie und Umwelt, Verkehr und Logistik sowie Information und Kommunikation definiert, um die Innovationskraft der Region zu stärken und sie in der Spitzengruppe der EU Regional Innovation Valleys zu positionieren.

Fachkräftesicherung und Zukunftsvisionen

Ein zentrales Thema bleibt die Fachkräftesicherung, die als eine der größten Herausforderungen identifiziert wurde. Innenminister Joachim Herrmann hebt in seiner Videobotschaft die Stärken der Region hervor und unterstützt die Finanzierung der geplanten Zukunftsagentur für die Metropolregion. Diese Agentur soll unter anderem dazu beitragen, die Willkommenskultur für Zuzüge zu verbessern, was von Experten wie Prof. Klaus L. Wübbenhorst als essenziell erachtet wird.

Die zukünftigen Pläne beinhalten auch eine Vergrößerung des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN), die ab 2024 umgesetzt werden soll. Damit könnten Bürger von Hof bis Weißenburg und von Kitzingen bis Amberg bequem mit nur einem Ticket reisen, was die Mobilität innerhalb der Metropolregion erheblich verbessern würde.

Insgesamt zeigt die Podiumsdiskussion die vielfältigen Ansätze auf, die entwickelt werden, um den Wirtschaftsraum Amberg-Sulzbach in die Metropolregion Nürnberg einzubinden und die Region zukunftsfähig zu gestalten. Die nächsten Teile der geplanten fünfteiligen Serie werden weitere wichtige Themen wie Forschung und Technologietransfer sowie die Gestaltung der Energie- und Klimatransformation beleuchten, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern und die Chancen zu nutzen.

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung und der Metropolregion finden Sie in den ausführlichen Berichten auf Oberpfalz Echo, Metropolregion Nürnberg und MarktSpiegel.