Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach hat in ihrer kürzlich abgehaltenen Mitgliederversammlung großartige Nachrichten präsentiert. Für das Jahr 2024 werden Rekordzahlen erwartet, die auf die positiven Entwicklungen und den engagierten Einsatz der über 961 Mitarbeitenden hinweisen, die rund 1.750 Menschen mit und ohne Förderbedarf begleiten. Die Einnahmen und Ausgaben der Organisation belaufen sich auf rund 55 Millionen Euro, wobei ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt wurde. Vorstandsvorsitzender Bernhard Vahle betont, dass die Investitionen in Unterstützung und den Ausbau der Angebote im Vordergrund stehen. Ein wichtiges Ziel ist die Optimierung der Strukturen: Die Jura-Werkstätten und Jura-Wohnen wurden in gemeinnützige Gesellschaften überführt, um Ressourcen effektiver zu bündeln. Oberpfalzecho berichtet, dass die Mitgliederzahl stabil geblieben ist, mit nun 478 Personen.

Um die Versorgungslandschaft weiter zu erweitern, wurden zwei neue Frühförderstellen in Auerbach und Burglengenfeld in Betrieb genommen. Ein brandneues Neubauprojekt in Schwandorf plant eine Schulvorbereitende Einrichtung, eine Heilpädagogische Tagesstätte und Frühförderung unter einem Dach. Dies ist Teil eines Pilotvorhabens in Bayern, das darauf abzielt, Familien im Einzugsgebiet zu entlasten; eine europaweite Ausschreibung für die notwendigen Maßnahmen wird noch in diesem Jahr starten. Außerdem stehen neue Pläne für die Jura-Werkstätten an: eine zweigeschossige Förderstätte in Sulzbach-Rosenberg soll für 24 Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf entstehen.

Neue Angebote und Entwicklungen

Doch das sind nicht die einzigen spannenden Neuerungen. Ein tagesstrukturierendes Angebot für Seniorinnen und Senioren mit 20 Plätzen ist ebenfalls in der Planung. Die inklusive Appartementgemeinschaft von Jura-Wohnen hat sich mittlerweile zu einer stabilen Hausgemeinschaft entwickelt, und um dies zu reflektieren, wurde die Umbenennung von Jura-Wohnstätten in Jura-Wohnen in die Wege geleitet. Ein weiteres Highlight des Abends war die Präsentation des Masterplans Selbstvertretung. Dieser stellt eine bedeutende Initiative dar, um die Mitbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu stärken. Lebenshilfe.de berichtet, dass Selbstvertretungen nicht nur wichtig sind, sondern auch aktiv mitarbeiten und mitbestimmen sollen.

Der Masterplan, der auf dem Selbst-Vertreter-Kongress 2019 in Leipzig entstand, beinhaltet Forderungen und Maßnahmen, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind: wobei Rot gute Haltungen zur Selbst-Vertretung, Blau gute Regeln zur Mitbestimmung und Grün das Mitmachen im Alltag bezeichnet. Jedes Lebenshilfe-Mitglied kann an der Umsetzung dieses Plans teilnehmen, der jährlich überprüft wird, um Fortschritte zu dokumentieren und Verbesserungen zu identifizieren. Unterstützt wird die Umsetzung vom Bundesverband Lebenshilfe, der dafür sorgt, dass alle gelebten Erfahrungen auch Eingang in zukünftige Entwicklungen finden.

Interessenvertretung und Teilhabe

Eine weitere Stimme für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen ist Sascha Ubrig, der als hauptamtlicher Interessenvertreter der Lebenshilfe Berlin seit 2015 tätig ist. Er repräsentiert die Anliegen der Betroffenen innerhalb der Lebenshilfe und hat regelmäßigen Kontakt zu den gewählten Selbstvertretungen und Wohn-Beiräten. Ubrig betont die Wichtigkeit der Verwendung von Leichter Sprache, um auch Menschen mit Lernschwierigkeiten die Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen. Lebenshilfe-Berlin stellt sicher, dass Informationen klar und verständlich bereitgestellt werden, damit alle Mitglieder einbezogen werden können.

Die Entwicklungen in Amberg-Sulzbach und darüber hinaus zeigen deutlich, dass die Lebenshilfe nicht nur die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung verbessert, sondern auch deren Teilhabe und Mitbestimmung in einem umfassenden Maße fördert. Dies ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, und die kommenden Jahre versprechen weitere positive Veränderungen und innovative Angebote.