In Aschaffenburg brodelt es, denn die Deutsche Bahn plant, den morgendlichen ICE-Halt um 7:05 Uhr abzuschaffen. Wie Merkur berichtet, stoßen die Pläne auf heftigen Widerstand bei Stadtrat und Pendlern. Diese haben eine Resolution und eine Online-Petition ins Leben gerufen, in der sie die Rücknahme des höchst umstrittenen Schrittes fordern.
Der Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit, die Deutsche Bahn, begründet den geplanten Wegfall des Halts mit dem Ziel, einen stabileren Fahrbetrieb zu gewährleisten. Ab Mitte Dezember 2023 soll der ICE 1022 nun stattdessen in Hanau halten. Pendler zeigen sich jedoch entrüstet, da der Halt um 7:05 Uhr für viele absolut zentral ist, um vor 8:00 Uhr in Frankfurt zu sein. Schließlich benötigt der ICE von Aschaffenburg nach Frankfurt lediglich etwa 30 Minuten. In der bisherigen Regelung hatte dieser Halt bereits gute Dienste geleistet.
Der Widerstand formiert sich
Eine Online-Petition mit dem Titel „ICE 1022 – Nächster Halt: Aschaffenburg“ wurde ins Leben gerufen. Initiatoren sind Manuel Michniok von der Stadt Aschaffenburg und Dr. Sophie Peter vom Landkreis Aschaffenburg. Sie betonen die immense Bedeutung verlässlicher Verbindungen für Pendler. Die Forderung lautet klar und deutlich: Die Rücknahme der Streichung des Halts zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025. „Die Streichung ist für uns nicht nachvollziehbar und wird die Mobilität erheblich einschränken“, erklärt Michniok. Lok Report fügt hinzu, dass die Verbindung um 7:05 Uhr für die Pendler nahezu alternativlos ist.
Unterstützung erhalten die Initiatoren von namhaften Persönlichkeiten, darunter Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) und Landrat Dr. Alexander Legler (CSU), die die Forderung nach einer Überprüfung der Entscheidung unterstützen. Herzing bezeichnet die Streichung als „fatal“ und hofft, dass der Protest die Deutsche Bahn zum Umdenken anregen wird.
Die wirtschaftlichen Aspekte im Blick
Die Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg äußert ebenfalls scharfe Kritik an der Entscheidung, da sie die wirtschaftlichen Standortbedingungen der Region gefährdet sieht. Statistiken zeigen, dass täglich etwa 3.800 Personen vom Bayerischen Untermain nach Frankfurt pendeln. Von diesen nutzen 608 Personen zwischen 6:00 Uhr und 9:00 Uhr den Fernverkehr, sodass die Streichung des Halts um 7:05 Uhr nicht nur für Einzelpersonen, sondern für die gesamte Region große Auswirkungen haben könnte.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die Deutsche Bahn angibt, die Streichung des Halts im Rahmen einer Vereinheitlichung der Fahrpläne ab 2026 vorzunehmen. Ab dann sollen die Züge insgesamt weniger komplex und stabiler verkehren. Wie BR erwähnt, bleibt zwar der spätere Halt um 7:33 Uhr bestehen, doch dieser könnte infolge der Streichung des früheren Stops überlastet werden.
Die Bürger Aschaffenburgs stehen also vor einer entscheidenden Phase, in der sie gemeinsam für ihre Stadt und ihre Mobilität eintreten. Die Zeit drängt – die Petition ist online zu finden und könnte ein entscheidender Schritt sein, um den Halt des ICE in Aschaffenburg zu retten. Ob die Deutsche Bahn auf den Druck der Bürger reagiert und letztlich ihr Vorhaben überdenkt, bleibt abzuwarten.